Senkt die Fed die Zinsen? – Hat Heidelberger Druck noch eine Zukunft? – Ist VW noch ein Investment?

Für wie wahrscheinlich halten Sie eine Zinssenkung im September?
Der Zinsschritt nach unten im September gilt als sicher. Darüber hinaus lässt sich Fed-Chef Powell nicht in die Karten schauen. Die Inflation ist einer der Aufhänger, was nachvollziehbar erscheint, aber: Seit Wochen / Monaten wird auf Zinsschritte dieser Art gewettet. Das bedeutet: Wenn die Entscheidung fällt, macht der Markt Kasse. Eine Zinswette dieser Art macht Spaß, aber wenig Sinn.
Heidelberger Druck wieder mit roten Zahlen: Hat das Unternehmen noch eine Zukunft?
Heidelberger Druck ist ein typischer Fall für die deutsche Maschinenindustrie. Weltklasse in der Produktion, Weltklasse am Markt für Offsetdruck, aber in einem Segment aufgestellt, wo nur wenig Dynamik zu erwarten ist. Also wird es für Heidelberger Druck darauf ankommen, mit der hoch qualifizierten Mannschaft ein neues Produkt der Metallverarbeitung aufzubauen, in dem eine weitere Zukunft liegt.
Das erfordert eine völlig neue Sicht in der Entwicklung von Produkten mit Zukunft. Es ist eine typische und strategische Entscheidung, die sich nicht am Gewinn je Aktie festmachen lässt. Ein Investment ist deshalb nur eine Warteposition.
VW mit weniger Gewinn: Was bedeutet das für Aktionäre?
Die Neustruktur der deutschen Autoindustrie ist bekannt. VW befindet sich zwar im Umbau, aber in einer sehr schwierigen politischen Konstellation. Der Ausbau des Chinageschäfts für E-Mobility ist richtig und nachvollziehbar. Die Garantie der Arbeitsplätze in Wolfsburg und anderen deutschen Standorten ist dagegen eine politische Forderung im Aufsichts- nebst Betriebsrat und darf auf keinen Fall angetastet werden. Das gilt auch für Emden und Zwickau.
Diese Gratwanderung steht vor dem allgemeinen Marktbild einer Unsicherheit, wie weit die E-Mobility sich gegen den Verbrenner im Europamarkt durchsetzen lässt. Deshalb ist VW vorerst eine Warteposition, bis diese Grundsatzentscheidung klar ist.
Mercedes-Benz und BMW stehen vor einer etwas komfortableren Alternative. Die personalpolitische Gemengelage bei VW, inklusive der Rolle, die die Porsche-Familie spielt, kommt hinzu.
Ergebnis: VW ist vorerst kein Investment.