Dax gibt weiter nach - VW kämpft mit Gewinneinbruch im dritten Quartal

Der Dax hat am Mittwoch an seine Vortagsverluste angeknüpft. Durchwachsene Zahlen aus dem US-Technologiesektor sowie Wirtschaftsdaten aus der Eurozone und Deutschland waren keine Stütze für den deutschen Leitindex. Zum Handelsende blieb er mit einem Minus von 1,13 Prozent auf 19.257 Punkte aber etwas über seinem Tagestief. "Nach dem gescheiterten Versuch gestern, eine neue Bestmarke zu setzen, ist die Tendenz zunächst einmal abwärts gerichtet", schrieb Analyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets.
Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenunternehmen sank zur Wochenmitte um 1,59 Prozent auf 26.630 Zähler.
In Europa standen die Aktienkurse ebenfalls unter Druck. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es letztlich um 1,3 Prozent bergab. Die nationalen Indizes in Zürich und London gaben ebenfalls nach. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Börsenschluss moderat in der Gewinnzone, wogegen der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 knapp im Minus stand.
VW kämpft mit Gewinneinbruch im dritten Quartal
Im Fokus steht aktuell der kriselnde Volkswagen-Konzern, der im dritten Quartal wie erwartet einen massiven Gewinneinbruch erlitten hat. Ein schwaches Branchenumfeld mit weniger Fahrzeugverkäufen sowie der angestoßene Kapazitäts- und Stellenabbau im Konzern sorgten für eine Milliardenbelastung.
Auch schlugen höhere Fix- und erhebliche Umbaukosten unter anderem für das vor dem Aus stehende Brüsseler Werk der Tochter Audi zu Buche. Der Konzerngewinn nach Steuern sackte um 64 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am heutigen Mittwoch mitteilte. Die VW-Vorzugsaktie gewann allerdings und lag nach den Quartalszahlen mit einem Plus von rund 1,1 Prozent weit vorn im Dax.
Gesenkte Prognose lässt Grenke-Aktie stark einbrechen
Am Vorabend nach US-Börsenschluss kamen unterschiedliche Signale aus dem Technologiesektor: So fielen die Quartalszahlen der Google-Mutter Alphabet Experten zufolge überzeugend aus. Der Chipkonzern AMD indes enttäuschte. Halbleiterwerte standen deshalb am Mittwoch unter Druck: Die Aktien von Infineon fielen um die 3,5 Prozent. Süss Microtec und Elmos Semiconductor büßten circa 7,1 beziehungsweise fast 6,4 Prozent ein.
Die Aktien von Grenke reagierten mit einem heftigen Kurseinbruch von rund 24,2 Prozent auf einen eingetrübten Ausblick des IT-Leasingspezialisten und sackten auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren ab. Ein Händler sprach von einer heftigen Gewinnwarnung und fürchtet deutlich sinkende Konsensschätzungen für 2024 und die Folgejahre.
Die Anteilsscheine von BASF büßten nach Quartalszahlen 1,7 Prozent ein. Der weltgrößte Chemiekonzern wird wegen der schwächelnden Wirtschaft etwas vorsichtiger für das laufende Jahr. Im dritten Quartal fiel der Umsatz etwas höher als von Analysten erwartet aus, der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) etwas niedriger. Auch die Papiere von Bechtle fielen um knapp 4,4 Prozent.
Dagegen überzeugte Kion die Anleger mit seinen Quartalszahlen. Die Papiere sprangen auf den höchsten Stand seit Ende Juli und notierten zuletzt 5,7 Prozent im Plus. Die Vorzüge von Fuchs legten um rund 1,4 Prozent zu.
(mit Material von dpa-AFX)