Dax Tagesrückblick 01.08.2025

Dax verbucht größten Tagesverlust seit Beginn des Zoll-Streits

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Der Dax hat am Freitag kräftig Federn gelassen. Belastet von mauen Unternehmensprognosen und einem neuen Zoll-Rundumschlag von US-Präsident Donald Trump rutschte der Leitindex des deutschen Aktienmarkts um 2,66 Prozent auf 23.452 Punkte ab.

Damit verbuchte der Dax das größte Tagesminus seit Anfang April, als Trump mit seinem "Liberation Day" den globalen Zoll-Streit lostrat. Auf Wochensicht hat der Dax indes um 3,2 Prozent nachgegeben.

Wenig besser sah es in der zweiten Börsenreihe aus: Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 2,22 Prozent auf 30.317 Zähler, der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab um 2,9 Prozent nach.

Durchwachsene Quartalszahlen der Unternehmen schürten unter Anlegern neue Ängste um die Konjunktur. Einzelne positive Überraschungen, wie zuletzt bei großen US-Tech-Werten wie Apple, Microsoft oder Meta, brachten keine Unterstützung für die Kurse in Frankfurt. Zusätzliche Belastung kam durch einen überraschend schwachen Arbeitsmarktbericht in den USA.

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Trotz Gerichtsurteil: USA führen Zollverhandlungen fort

Auch die erratische Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump verunsicherte die Anleger einmal mehr. "Keiner blickt mehr wirklich durch", schrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. So ist die Schweiz schockiert über den Zollhammer aus den USA. Sie erscheint auf der neuen US-Liste mit 39 Prozent Abgaben auf Exporte in die Vereinigten Staaten.

Viele Verlierer, nur Bayer als Lichtblick

Hierzulande enttäuschten einige Unternehmen deutlich. So macht die unsichere Wirtschaftslage infolge der US-Zölle dem Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck zu schaffen. Der Konzern senkte erneut seinen Jahresausblick. Die Aktien fielen am Dax-Ende um rund acht Prozent.

Der IT-Dienstleister Cancom blickt nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr zurückhaltender auf 2025. Cancom-Papiere sackten um 11,4 Prozent ab. Im Sog dessen verloren die Anteilscheine des Wettbewerbers Bechtle am MDax-Ende 9,3 Prozent.

Der Brennstoffzellen-Spezialist SFC Energy senkte wegen des anhaltend herausfordernden Marktumfeldes seine Erwartungen an das laufende Jahr deutlich. Die Anteilscheine brachen als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax über 26 Prozent ein.

Mutares hat Ärger mit der deutschen Finanzaufsicht Bafin. Es gebe konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Beteiligungsgesellschaft gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen habe, teilte die Behörde mit. Die Papiere büßten gut sieben Prozent ein.

Für einen Lichtblick sorgte Bayer mit seinen Quartalszahlen. Vor allem beim bereinigten operativen Ergebnis habe der Pharma- und Agrarchemiekonzern die Erwartungen übertroffen, lobte ein Händler. Zu verdanken sei dies dem Pflanzenschutz- und Saatgutgeschäft. Aber auch die jüngst gute Entwicklung der Pharmasparte macht Hoffnung - und stimmt die Leverkusener zuversichtlicher für 2025. Die Aktien zogen unter den wenigen Gewinnern im Dax um 3,8 Prozent an.

Euro stärker, Gold gefragt

Profiteur der schwachen US-Arbeitsmarktdaten war indes der Euro, der zum Dollar deutlich zulegte. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1561 US-Dollar. Vor der Veröffentlichung der Daten hatte der Euro knapp 1,14 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1404 (Donnerstag: 1,1446) Dollar fest. Der Referenzkurs bezieht sich allerdings auf Kurse von 14.00 Uhr.

Die Krisenwährung Gold war ebenfalls stark nachgefragt. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) stieg am Freitag um deutliche 1,75 Prozent auf 3.347 US-Dollar. In Euro ging es um immerhin 0,81 Prozent nach oben. Neben Anleihen gilt Gold als "sicherer Hafen" in turbulenten Börsenzeiten und wird in "Risk-Off"-Phasen verstärkt gekauft.

(mit Material von dpa-AFX)

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