Börse am Morgen 30.01.2025

Dax klettert vor EZB-Zinsentscheidung auf erneutes Rekordhoch – Symrise will profitabler werden

onvista · Uhr
Quelle: Sittipong Phokawattana / Shutterstock.com

Der Dax hat am Donnerstag vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) seinen Rekordlauf fortgesetzt. Im frühen Handel kletterte der Dax auf 21.715 Punkte und notierte damit so hoch wie noch nie zuvor. Marktexperte Andreas Lipkow sprach von einem „klassischen Januareffekt", da derzeit noch einiges an frischem Kapital an die Finanzmärkte, und da oft vorrangig an die Aktienmärkte fließe.

In den USA waren am Vorabend wie erwartet die Leitzinsen auf ihrem bisherigen Niveau belassen worden. Von der EZB dagegen wird am Nachmittag erwartet, dass sie die Zinsen erneut senkt, um das schwache Wachstum in der Euroregion zu stützen. Wichtiger aber dürften wohl wieder die Aussagen zum zukünftigen Zinspfad sein.

Symrise will Profitabilität weiter steigern

Der Hersteller von Duftstoffen und Aromen Symrise will im neuen Jahr etwas profitabler werden. Die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll 2025 um die 21 Prozent erreichen, nach 20,7 Prozent im vergangenen Jahr, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit. 2024 profitierte das Unternehmen von einer guten Nachfrage nach teuren Parfüms, Zutaten für würzige Produkte und dem Geschäft mit Zusätzen für Heimtiernahrung.

Symrise veröffentlichte heute Morgen vorläufige Zahlen. Die endgültigen Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr werden am 27. März veröffentlicht.

Vorläufige Zahlen 2024 Symrise im Überblick

Aus eigener Kraft – also Wechselkurs- und Portfolioeffekte herausgerechnet – wuchsen die Erlöse um 8,7 Prozent und damit weniger als von Analysten erwartet. Allerdings lag es 0,8 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau

Symrise setzt auf Steigerung der Effizienz

Der seit April 2024 amtierende Unternehmenslenker Jean-Yves Parisot legte den Fokus von Anfang an verstärkt auf die Kosten. Die Effizienz soll gesteigert werden, etwa durch integrierte Prozesse auf Konzernebene, sei es bei der Beschaffung von Materialien und Dienstleistungen oder bei der Auslieferung an Kunden. So werden der Einkauf mit teils sehr vielen Zulieferern bestimmter Rohstoffe sowie die Anzahl tausender, teils sehr individueller Produkte unter die Lupe genommen. Zudem soll die Struktur der Produktionsstätten verbessert werden. 83 gebe es davon, die jährlich 270 Millionen Euro Investitionen erforderten, hatte es noch im alten Jahr geheißen.

Das Effizienzprogramm soll im neuen Jahr auch positiv auf den Finanzmittelzufluss wirken. Der sogenannte Business Free Cashflow soll von 13,6 Prozent des Umsatzes auf rund 14 Prozent zulegen. Dazu beitragen soll auch das Management des Betriebskapitals, etwa durch mehr Augenmerk auf Zahlungskonditionen und das Forderungsmanagement sowie Bemühungen, die Lagerbestände zu reduzieren.

An der Börse kamen die Resultate am Morgen eher schlecht an. Während das Umsatzwachstum aus eigener Kraft die Erwartungen verfehlt habe, sei Finanzmittelfluss stark gewesen, schrieb Analyst Charlie Bentley vom Investmenthaus Jefferies in einer ersten Reaktion.

Der Aktienkurs liegt gut eine Stunde nach Handelsbeginn mit über 0,6 Prozent im Minus. Die Aktie notiert knapp über 100 Euro. Damit geht dem jüngsten Erholungskurs, den die Papiere Mitte Januar nach einem Tief seit vergangenem Frühjahr aufgenommen hatten, zunehmend die Luft aus.

Frankreichs Wirtschaft schrumpft erstmals seit fast zwei Jahren

Frankreichs Wirtschaft hat Ende des vergangenen Jahres eine fast zweijährige Wachstumsphase beendet. Im vierten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris nach einer ersten Schätzung mitteilte. Analysten hatten für die Monate Oktober bis Ende Dezember im Schnitt mit einer Stagnation gerechnet. Zuletzt war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone im ersten Quartal 2023 geschrumpft.

Im dritten Quartal 2024 war die Wirtschaftsleistung noch um 0,4 Prozent gewachsen und im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. Für das gesamte Jahr 2024 meldete das Statistikamt ein Wirtschaftswachstum um 1,1 Prozent.

Das Statistikamt erklärte den konjunkturellen Dämpfer im vierten Quartal 2024 mit den Folgen der Olympischen Spiele in den Sommermonaten. Diese hätten die Wirtschaft zeitweise kräftig 

Erneut habe der Außenhandel die konjunkturelle Entwicklung belastet, hieß es in der Mitteilung. Demnach seien die Exporte im vierten Quartal weiter gesunken. Gebremst wurde die Konjunktur in den Herbstmonaten auch vom privaten Konsum, der nach einem stärkeren Wachstum in den Sommermonaten an Kraft verloren hat.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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