Russische Zentralbank senkt Leitzins - "Inflationsdruck lässt nach"

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Moskau (Reuters) - Die russische Zentralbank hat ihren Leitzins angesichts einer nachlassenden Inflation und einer schwächeren Konjunktur gesenkt.

Der Zinssatz werde von 20 auf 18 Prozent zurückgenommen, teilten die Währungshüter am Freitag in Moskau mit. Sie begründeten den Schritt mit einem sinkenden Preisdruck. Demnach werden die Verbraucherpreise in diesem Jahr zwischen sechs und sieben Prozent steigen. Zuvor waren sieben bis acht Prozent erwartet worden.

"Der aktuelle Inflationsdruck, auch der zugrunde liegende, lässt schneller nach als bisher prognostiziert", teilte die Notenbank mit. "Das Wachstum der Binnennachfrage verlangsamt sich. Die Wirtschaft kehrt weiter auf einen ausgewogenen Wachstumspfad zurück." Die Entscheidung entsprach den Erwartungen von 27 von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen.

Die Zentralbank steht unter erheblichem Druck aus der Wirtschaft, ihre Geldpolitik zu lockern. Unternehmensvertreter hatten beklagt, dass sich Investitionen bei dem hohen Zinsniveau nicht mehr lohnten. Präsident Wladimir Putin hatte die Politik der Zentralbank zwar gestützt, jedoch davor gewarnt, die Wirtschaft zu stark abzukühlen.

Jüngste Konjunkturdaten ebneten den Weg für den Schritt. So sanken die Verbraucherpreise in der vergangenen Woche erstmals seit September 2024, wenn auch nur um 0,05 Prozent zur Vorwoche. Die Zentralbank hält an ihrer Prognose eines Wirtschaftswachstums von ein bis zwei Prozent in diesem Jahr fest. 2024 hatte es noch zu einem Plus von 4,3 Prozent gereicht. Der Rubel, der zu Jahresbeginn auch wegen des hohen Leitzinses stark aufgewertet hatte, gab im Vorfeld der Entscheidung nach und fiel zuletzt auf 80 Rubel je Dollar.

Putin hat sein Land nach der Ukraine-Invasion vor rund dreieinhalb Jahren auf Kriegswirtschaft umgestellt. Das hat das Preisgefüge durcheinandergebracht. Viele Unternehmen außerhalb der Rüstungsindustrie müssen wegen Fachkräftemangels hohe Löhne zahlen, um ihre Mitarbeiter zu halten oder zu bekommen. Die höheren Personalkosten werden großteils an die Kunden weitergereicht. Den Unternehmen machen die hohen Zinsen zusätzlich zu schaffen, verteuern sie doch die Kreditaufnahme für Investitionen erheblich.

(Bericht von Elena Fabrichnya and Gleb Bryanski, geschrieben von Rene Wagner, redigiert von Kerstin Dörr - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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