Lohnanpassungen

Reallöhne steigen erneut - "Gute Nachricht für Konjunktur"

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: Ihar Halavach/Shutterstock.com

Berlin (Reuters) - Die Kaufkraft der deutschen Arbeitnehmer ist im zweiten Quartal erneut gestiegen.

Die Reallöhne lagen von April bis Juni um durchschnittlich 1,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist bereits der neunte Quartalszuwachs in Folge. Er fällt höher aus als im ersten Quartal mit 1,2 Prozent, aber geringer als am Jahresende 2024 mit 2,5 Prozent. Nominal legten die Löhne im Frühjahr um rund 4,1 Prozent zu, während die Verbraucherpreise um 2,1 Prozent stiegen. Der Reallohn gibt an, wie viel den Arbeitnehmern nach Abzug der Inflation tatsächlich übrig bleibt.

"Die Reallöhne steigen – wie schon im Jahr 2024", sagte der Mindestlohnexperte aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Malte Lübker. "Das ist eine gute Nachricht für die Beschäftigten und für die Konjunktur in Deutschland, die aktuell besonders stark auf die Binnennachfrage angewiesen ist." Allerdings sei die Kaufkraft der Löhne zuvor aufgrund der hohen Teuerungsraten deutlich gesunken. Inflationsbereinigt lägen die Löhne aktuell noch unter dem Niveau des zweiten Quartals 2019. "Eine lange Durststrecke für die Beschäftigten", sagte Lübker.

In den einzelnen Branchen fielen die nominalen Lohnzuwächse sehr unterschiedlich aus. Überdurchschnittliche Steigerungen gab es bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern (+7,6 Prozent), den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistern (+7,6 Prozent) und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistern (+5,5 Prozent). In den Bereichen Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (+2,7 Prozent) und Kunst, Unterhaltung und Erholung (ebenfalls +2,7 Prozent) sowie Verkehr und Lagerei (+1,7 Prozent) fielen die Zuwächse vergleichsweise gering aus. In der Energieversorgung sanken die Löhne sogar um 0,2 Prozent.

Das Fünftel mit den geringsten Verdiensten verzeichnete im Frühjahr mit 6,5 Prozent erneut das kräftigste Nominallohnwachstum. Die Verdienste der Vollzeitkräfte insgesamt stiegen um 4,3 Prozent. Für das oberste Fünftel mit den höchsten Verdiensten unter den Vollzeitbeschäftigten lag das Plus bei 2,5 Prozent.

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