Dax kommt nicht vom Fleck – STMicro dank SpaceX-Auftrag vorn, Aixtron, Befesa und Instone stark, Autobauer schwächeln

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Dax kommt nicht vom Fleck – STMicro dank SpaceX-Auftrag vorn, Aixtron, Befesa und Instone stark, Autobauer schwächeln

Nach der Kursrally der vergangenen Wochen scheuen Anleger weitere Aktienkäufe. Ferner sorgte die feiertagsbedingte Abwesenheit der US-Anleger am Donnerstag für Zurückhaltung. Dax und EuroStoxx50 kamen kaum vom Fleck und notierten am Abend bei 13.286,57 beziehungsweise 3516,42 Punkten. Dabei blieben die Handelsumsätze im deutschen Leitindex so niedrig wie seit zweieinhalb Monaten nicht.

Investoren seien hin- und hergerissen zwischen der Furcht vor den Folgen aktueller Pandemie-Beschränkungen und der Aussicht auf eine kräftige Erholung der Wirtschaft, sobald Impfstoffe gegen das Coronavirus verfügbar sind, sagte Emmanuel Cau, Chef-Anlagestratege für europäische Aktien bei der Barclays Bank. „Wir stehen voraussichtlich vor weiteren Herausforderungen, bevor wir zur Normalität zurückkehren.“

Ölpreis unter Druck – Kupfer und Gold im Aufwind

Drohende Nachfrage-Einbußen durch die Restriktionen setze auch dem Ölpreis zu, sagte Rohstoff Experte Avtar Sandu vom Brokerhaus Phillip Futures. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um knapp zwei Prozent auf 47,70 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Bei Industriemetallen konzentrierten sich Anleger dagegen auf die Zeit nach der Pandemie, sagte Rohstoff-Händlerin Anna Stablum vom Brokerhaus Marex Spectron. „Der Corona-Impfstoff bringt die Trendwende und es stehen mindestens drei in den Startlöchern.“ Weiterer Rückenwind komme von den massiven Konjunkturhilfen der Regierungen und Notenbanken. Dies hievte Kupfer den dritten Tag in Folge auf ein Sieben-Jahres-Hoch. Das Metall stieg um bis zu 1,5 Prozent auf 7410 Dollar je Tonne.

Die „Antikrisen-Währung“ Gold war ebenfalls gefragt und legte 0,2 Prozent auf 1810 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zu. Da wegen steigender Infektionszahlen die Pandemie-Beschränkungen verschärft werden müssten, sei kurzfristig mit weiteren Geldspritzen zu rechnen, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Hiervon profitiert das auch als Inflationsschutz genutzte Edelmetall üblicherweise.

Bitcoin auf Talfahrt

Unterdessen fand der Höhenflug von Bitcoin ein vorläufiges Ende. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise rutschte auf bis zu 16.319 Dollar ab und verlor damit binnen eines Tages mehr als 3000 Dollar. „Keine Sorge. Das ist eine gesunde Korrektur“, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. „Sie bietet den Investoren, die die bisherige Rally verpasst haben, die Möglichkeit zum Einstieg.“

In den vergangenen beiden Monaten hatte sich der Bitcoin-Kurs fast verdoppelt und zum Sprung über sein bisheriges Rekordhoch bei knapp 20.000 Dollar angesetzt. Im Sog des Branchenprimus verbuchten auch andere Kryptowährungen wie Ethereum oder Ripple zweistellige prozentuale Kursverluste.

Autobauer unter Druck

Am Dax-Ende büßten die Aktien von BMW, Daimler und Volkswagen (VW) zwischen 1,7 und 2,5 Prozent ein. An der Index-Spitze zogen die Papiere der Deutschen Börse um 1,7 Prozent an. Die Anteilscheine des Börsenbetreibers böten stabiles Wachstum in unsicheren Zeiten, schrieb Analyst Jürgen Graf von der Landesbank Baden-Württemberg.

Aixtron oben auf

Im MDax stiegen die Aktien von Aixtron um mehr als vier Prozent. Neben guten Vorgaben von der Technologiebörse Nasdaq half den Papieren des LED- und Chipindustrieausrüsters auch die Aufnahme in die Empfehlungsliste der DZ Bank. Analyst Harald Schnitzer lobte das starke Technologieportfolio in der Opto- und Leistungselektronik und die klare Marktführerschaft in vielen Segmenten. Zudem verfüge Aixtron über hohe liquide Mittel und sei ohne Bankverbindlichkeiten.

Instone kann überzeugen

Nach aktuellen Geschäftszahlen rückten die im Nebenwerteindex SDax gelisteten Papiere von Instone um rund zwei Prozent vor. Warburg-Analyst Philipp Kaiser lobte bei dem Immobilienentwickler ein „solides Quartal“. Auch die Neunmonatszahlen untermauerten seine positive Einschätzung.

Befesa im Plus

Die Anteilsscheine von Befesa setzten ihre Rally mit plus 3,8 Prozent fort. Tags zuvor hatte der Industrierecycler den Anlegern die Zahlung einer weiteren Dividende von 0,29 Euro je Aktie angekündigt.

Ceconomy mit Rückschlag

Eine negative Analystenstudie warf die Aktien des Elektronikhändlers Ceconomy um 1,9 Prozent zurück. Der Experte Nicolas Champ von der britischen Bank Barclays sieht dunkle Wolken für die Gewinnentwicklung und den Mittelzufluss im Geschäftsjahr 2020/2021 heraufziehen.

Ceconomy: Negativer Analystenkommentar bringt Aktie in die Bredouille - Kurs kämpft mit wichtigen Trendlinien

Deal mit Musk-Firma SpaceX beflügelt Chip-Hersteller STMicro

Am europäischen Aktienmarkt rückte STMicro ins Rampenlicht. Der Chip-Hersteller erhält einem Medienbericht zufolge den Zuschlag für einen 2,4 Milliarden Dollar schweren Auftrag von SpaceX, der Weltraumfirma des Tesla-Gründers Elon Musk. Dieser Deal könnte den Gewinn von STM in den kommenden Jahren um bis zu zwölf Prozent erhöhen, rechneten die Experten des Research-Hauses Equita vor. Die Aktien der Chipfirma stiegen in Paris zeitweise auf ein 19-Jahres-Hoch von 33,02 Euro und lagen am Abend 1,9 Prozent im Plus bei 32,57 Euro.

Europacar atmet auf

Die Aktien von Europcar stiegen in der Spitze sogar um knapp 18 Prozent auf 1,35 Euro, nachdem der französische Autovermieter mit seinen Hauptgläubigern eine grundsätzliche Einigung über die finanzielle Umstrukturierung erzielt hatte. Bis zum Handelsschluss schmolz das Plus auf rund zwei Prozent zusammen.

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