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Kommt jetzt der Bärenmarkt? - Analysten halten Dax-Rücksetzer auf 10.000 Punkte für möglich

dpa-AFX
Kommt jetzt der Bärenmarkt? - Analysten halten Dax-Rücksetzer auf 10.000 Punkte für möglich

Die Angst vor steigenden Zinsen und einer schwächeren Konjunktur hat auch am Donnerstag das Geschehen am deutschen Aktienmarkt bestimmt. Am Tag nach dem größten Kursrutsch seit mehreren Monaten büßte der Dax gegen Mittag weitere 1,21 Prozent auf 11 571,22 Punkte ein und fiel auf den niedrigsten Stand seit Februar 2017. Der Dax befinde sich nunmehr im "Crash-Modus", sagte Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel.

Am Vorabend hatte sich der Kursrutsch in New York ausgeweitet und war über Nacht nach Asien übergeschwappt. An der Wall Street dürfte sich der Ausverkauf am Donnerstag fortsetzen. Technisch orientierte Analysten taxieren das Abwärtsrisiko für den Dax mittelfristig nun auf 1700 bis 1800 Punkte. Damit würde die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Zählern wieder in den Blick rücken. Schon ab 10 876 Punkten läge der Dax 20 Prozent unter seinem letzten 52-Wochen-Hoch von 13 596 Punkten im Januar diesen Jahres, das gleichzeitig sein Allzeithoch markierte. Nach einer verbreiteten Definition würde er damit in einen neuen Bärenmarkt eintreten.

"Anlass, sich um die Verfassung der Märkte Sorgen zu machen, gab es zuletzt zuhauf", sagte Christian Schmidt von der Helaba. Der Analyst verwies erneut auf den Handelsstreit zwischen den USA und China, die Staatsverschuldung Italiens und vor allem auf steigende Zinsen. Als Schuldigen für die Verluste an der Wall Street am Vortag habe man indes US-Präsident Donald Trump ausgemacht nach dessen Aussage, die US-Notenbank Fed sei "verrückt geworden", sagte Schmidt.

Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax , rutschte am Donnerstag um 1,58 Prozent auf 23 753,25 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 1,37 Prozent auf 3222,25 Punkte ein.

Bei den Einzeltiteln ragten die Aktien von Bayer heraus mit einem Gewinn von 4,4 Prozent. Damit verhinderte das Dax-Schwergewicht noch höhere Verluste des Leitindex. Eine Richterin in den USA hat dem Agrarchemiekonzern Hoffnung gemacht, dass es im Prozess um Glyphosat möglicherweise zu niedrigeren Entschädigungszahlungen kommen könnte. Positiv werteten Analysten zudem Medienspekulationen, denen zufolge Bayer das Geschäft mit Tiernahrung verkaufen könnte, denn dann ließen sich Schulden abbauen.

Papiere von Dialog Semiconductor wurden von einer Neuordnung der Partnerschaft des Chip-Herstellers mit dem wichtigen Kunden Apple befeuert. Sie schossen zeitweise um fast 30 Prozent nach oben. Dialog lizenziert gewisse Technologien für Chips zur Stromsteuerung (PMIC) an Apple aus und überträgt zudem Vermögenswerte. Damit findet Dialog eine Lösung für den schwelenden Konflikt um die Stromchips. Mittelfristig will sich Dialog von Apple unabhängiger machen. Dialog erhält im Zuge der Transaktionen mehrere hundert Millionen Euro - Geld, das auch in Aktienrückkäufe fließen soll.

Unter Druck gerieten vor allem konjunkturabhängige Aktien aus der Automobil- und Technologiebranche wie Volkswagen , Continental , Daimler , Infineon und SAP . Papiere des Anlagenbauers Gea büßten zudem nach einem verhalteneren Ausblick für die Gewinnmargen 5,2 Prozent ein.

Der Verpackungsspezialist Gerresheimer überzeugte die Anleger hingegen mit einer wieder anziehenden Umsatzentwicklung. Die Aktie stieg um 1,2 Prozent. Papiere des Industrie-Ausrüsters Isra Vision verteuerten sich nach einem Großauftrag um 2,5 Prozent.

onvista/dpa-AFX

Foto: vlastas / Shutterstock.com

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