Impulse aus USA und Asien fehlen

Dax Vorbörse heute 6.12.2022: Dax vorbörslich im Minus – Wall Street deutlich im Minus

onvista · Uhr
Quelle: Rodrigo Garrido/Shutterstock.com

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt können am Dienstag erst einmal nicht auf Nikolaus-Geschenke hoffen. Eine Deiviertelstunde vor dem Handelsstart signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Leitindex ein Minus von 0,2 Prozent auf 14 426 Punkte.

Damit bliebe der Dax in der seit Mitte November laufenden Konsolidierungsspanne. Er hatte in der vergangene Woche mit 14 584 Punkten einen weiteren Höchststand seit Juni erreicht und zu Beginn der neuen Woche geschwächelt hatte. Das damalige Zwischenhoch bei 14 709 Punkten bleibt die Orientierungsmarke nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird am Dienstag ähnlich moderat im Minus erwartet.

Impulse aus Übersee fehlen

Rückenwind von den Übersee-Börsen ist erneut nicht zu erwarten. Am US-Markt hatte es am Vortag einen deutlicheren Rücksetzer auf hohem Niveau gegeben, und in Asien zeichnete sich am Morgen nach dem starken Wochenstart in China und Hongkong kein klarer Trend ab.

Wichtige Konjunkturdaten sind ebenfalls kaum in Sicht. Der Auftragseingang für die deutsche Industrie im Oktober - ein Hinweisgeber auf die am Mittwoch anstehenden Zahlen zur Industrieproduktion - legte gegenüber dem Vormonat deutlicher als erwartet zu.

Einzelwerte im Überblick

Deutsche Unternehmensnachrichten waren zunächst einmal ebenfalls Mangelware. Im Dax könnten die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) unter Druck geraten, wie das vorbörsliche Kursminus von anderthalb Prozent zeigte. Bei der kriselnden Dialysetochter des Medizinkonzerns Fresenius gibt es nach nur zwei Monaten schon wieder einen Führungswechsel. Carla Kriwet hatte am Montagabend mit sofortiger Wirkung ihr Mandat als Vorsitzende und Mitglied des Vorstands niedergelegt und wird von Helen Giza abgelöst. Kriwet bleibe aber Finanzvorständin - die Rolle hatte sie 2019 übernommen - bis ein Nachfolger gefunden sei, hieß es weiter.

Bei FMC gebe es derzeit viel Unruhe, kommentierte ein Börsianer. Er rechnet erst einmal mit einer negativen Kursreaktion der Aktie.

Die Talanx -Titel dürften hingegen zum Kapitalmarkttag von der angekündigten Dividendenanhebung des Versicherungskonzerns profitieren. Diese fällt laut Händlern ebenso etwas deutlicher als am Markt erwartet aus wie die bis 2025 geplante Anhebung der Ausschüttung. Basis dafür ist die bis dahin avisierte deutliche Gewinnsteigerung. Vorbörslich legten Talanx um rund zwei Prozent zu.

Wall Street deutlich im Minus

Die US-Aktienmärkte sind am Montag wegen neuer Zinsbedenken mit klaren Verlusten in die Woche gestartet. Vor dem Hintergrund recht starker Wirtschaftsdaten sank der Leitindex Dow Jones Industrial um 1,40 Prozent auf 33 947,10 Punkte.

Der marktbreite S&P 500 fiel um 1,79 Prozent auf 3998,84 Zähler, während es für den technologielastigen Nasdaq 100 um 1,73 Prozent auf 11 786,80 Zähler bergab ging.

Nach dem guten Lauf des Dow auf ein Hoch seit April wurde zu Wochenbeginn die Sorge wieder größer, dass der Spielraum für weitere Zinssteigerungen durch die US-Notenbank Fed doch größer sein könnte als zuletzt erhofft. Daher fiel der Index weiter von dem Zwischenhoch zurück. Ein überraschend guter ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor trug dazu bei. Gute Wirtschaftsdaten gelten in Zeiten hoher Inflation als Anzeichen, dass die Fed noch weiter an der Zinsschraube drehen kann, ohne die Wirtschaft zu sehr zu gefährden.

Asiens Börsen uneinheitlich

In Asien haben die wichtigsten Aktienmärkte am Dienstag keine einheitliche Richtung eingeschlagen. Während es in Japan und China leicht nach oben ging, gab es in Hongkong nach den deutlichen Gewinnen zum Wochenstart Verluste. Der Hang-Seng-Index der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong büßte zuletzt rund ein Prozent ein. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Festlandbörsen legte im späten Handel um 0,5 Prozent zu. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss 0,2 Prozent höher.

Renten

Bund-Future                       141,67                   -0,01%\°

Devisen: Eurokurs kaum verändert knapp unter 1,05 US-Dollar

Der Kurs des Euro hat sich am Dienstag nur wenig verändert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0484 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag deutlich höher auf 1,0587 Dollar festgesetzt.

Der Euro hat die deutlichen Kursverluste vom Vortag vorerst nicht fortgesetzt. Am Montag hatten unerwartet starke Konjunkturdaten auf eine robuste konjunkturelle Entwicklung in den USA hingedeutet, was der US-Notenbank Fed mehr Spielraum für Zinserhöhungen im Kampf gegen die hohe Inflation eröffnet. Dies sorgte für Auftrieb beim US-Dollar und setzte den Euro im Gegenzug unter Druck.

Unterdessen hat sich der Chefvolkswirt der EZB, Philip Lane, am Morgen zur weiteren Entwicklung der Inflation in der Eurozone geäußert. Lane zeigte sich zuversichtlich, dass der Höhepunkt der Inflation nahe sei. Der Chefökonom der Notenbank geht davon aus, dass die Inflationsrate im gemeinsamen Währungsraum im nächsten Jahr in Richtung sechs bis sieben Prozent sinken dürfte. Zuletzt lag die Teuerung in der Eurozone im November bei 10,0 Prozent.

Euro/USD                               1,0486                                 0,00       

USD/Yen                             137,0240                               0,14                        

Euro/Yen                             143,6815                               0,14\°

Ölpreise legen etwas zu

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Sie haben damit die starken Verluste, die am Montagnachmittag eingesetzt hatten, vorerst nicht fortgesetzt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 82,97 US-Dollar. Das waren 29 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 25 Cent auf 77,18 Dollar.

Zum Wochenauftakt war es am Ölmarkt zu starken Preisschwankungen gekommen, wobei die Notierungen am Montagabend kräftig unter Druck geraten waren. Marktbeobachter verwiesen auf das Inkrafttreten eines weitgehenden Embargos der Europäischen Union gegen Rohöl aus Russland und die Corona-Politik der Regierung in China, die zuletzt immer wieder für Kursbewegung am Ölmarkt sorgte.

Der Anstieg der Ölpreise am Morgen wird damit erklärt, dass es in China Hinweise gibt, dass sich das Land ein Stück weit von den harten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verabschiedet. Mit einer Lockerung der Maßnahmen sollte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wieder stärker Fahrt aufnehmen, was die Nachfrage nach Rohöl verstärken dürfte.

Brent                          83,13                0,43 USD

WTI                            77,31                0,38 USD

Umstufungen von Aktien

- CREDIT SUISSE HEBT ZIEL FÜR RWE AUF 50,50 (49) EUR - 'OUTPERFORM'

- JEFFERIES SENKT ZIEL FÜR FLATEXDEGIRO AUF 13 (18) EUR - 'BUY'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR COMMERZBANK AUF 9,80 (9,30) EUR - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR DEUTSCHE BANK AUF 15 (13) EUR - 'OVERWEIGHT'

- KEEFE, BRUYETTE & WOODS SENKT FLATEXDEGIRO AUF 'MARKET PERFORM' (OUTPERFORM)

- BARCLAYS HEBT UCB AUF 'OVERWEIGHT' (EQUAL WEIGHT) - ZIEL 120 (80) EUR

- BARCLAYS NIMMT IPSEN MIT 'EQUAL WEIGHT' WIEDER AUF - ZIEL 115 EUR

- CREDIT SUISSE SENKT MONDI PLC AUF 'UNDERPERFORM' (OP) - ZIEL 1600 (1800) PENCE

- CREDIT SUISSE SENKT ZIEL FÜR H&M AUF 80 (85) SEK - 'UNDERPERFORM'

- JPMORGAN HEBT BARCLAYS AUF 'OVERWEIGHT' (NEUTRAL) - ZIEL 220 (180) PENCE

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR HSBC AUF 570 (530) PENCE - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR ING AUF 13,40 (13) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR SANTANDER AUF 3,60 (3,50) EUR - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR UNICREDIT AUF 16 (15) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR VINCI AUF 116 (113) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN SENKT BANKINTER AUF 'UNDERWEIGHT' (NEUTRAL) - ZIEL 5,70 (5,60) EUR

- JPMORGAN SENKT CLOSE BROTHERS AUF 'UNDERWEIGHT' (N) - ZIEL 1120 (1240) PENCE

- JPMORGAN SENKT LLOYDS AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 58 PENCE

- JPMORGAN SENKT SOCIETE GENERALE AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 28 (33) EUR

- JPMORGAN SENKT UNITED UTILITIES AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 1100 PENCE

- JPMORGAN SETZT AENA AUF 'POSITIVE CATALYST WATCH'

- JPMORGAN SETZT UNITED UTILITIES, SEVERN TRENT, PENNON AUF 'NEG. CATALYST WATCH'

- RBC HEBT ZIEL FÜR H&M AUF 115 (110) SEK - 'SECTOR PERFORM'

- RBC HEBT ZIEL FÜR INDITEX AUF 29 (28) EUR - 'OUTPERFORM'

- WDH/JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR ENEL AUF 7,60 (7,30) EUR - 'OVERWEIGHT'

- WDH/RBC STARTET HIKMA PHARMACEUTICAL MIT 'OUTPERFORM' - ZIEL 1750 PENCE

Termine Unternehmen

07:00 DEU: Talanx, Capital Markets Day (7.30 Pk)

09:15 DEU: Fortsetzung Prozess gegen Ex-Audi-Chef Stadler und drei Ingenieure

10:00 NLD: Telenet, außerordentliche Hauptversammlung

11:00 DEU: KWS Saat SE & Co KGaA, Hauptversammlung

14:00 DEU: Gerresheimer, Capital Markets Day

18:30 FRA: Air Liquide, Hauptversammlung

CHE: Glencore, Investor Day

Termine Konjunktur

08:00 DEU: Auftragseingang Industrie 10/22

10:30 GBR: Einkaufsmanagerindex Baugewerbe 11/22

14:30 USA: Handelsbilanz 10/22

Sonstige Termine

09:30 DEU: Pk Zentralverband Deutsches Baugewerbe, Berlin

10:00 DEU: Heraeus Precious Metals Edelmetallprognose für 2023

10:00 DEU: Pressekonferenz zu Reformvorschlägen der Regierungskommission Krankenhausversorgung

10:00 DEU: Bundesverfassungsgericht verkündet Urteil zum 750 Milliarden Euro schweren Corona-Wiederaufbaufonds der EU, Karlsruhe

10:00 EUR: Treffen der Finanz- und Wirtschaftsminister der EU, Brüssel

10:30 DEU: Tagung zur Vorstellung des Jahrbuchs für öffentliche Finanzen 2022, Frankfurt/M.

ALB: EU-Westbalkan-Gipfel, Tirana

EUR: Treffen der für Telekommunikation zuständigen EU-Minister, Brüssel

USA: Schlüsselrennen in US-«Midterm»-Wahlen: Stichwahl um hart umkämpften Senatssitz im Bundesstaat Georgia, Atlanta

Redaktion onvista/dpa-AFX

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