Dax Tagesrückblick 25.07.2024

Dax grenzt Verluste im späten Handel ein – Infineon unter Druck

onvista · Uhr
Quelle: peterschreiber.media/Shutterstock.com

Die eklatante Schwäche an der US-Technologiebörse Nasdaq am Vortag hat am Donnerstag auch am deutschen Aktienmarkt auf die Stimmung gedrückt. Der Leitindex Dax verlor 0,48 Prozent auf 18.298 Punkte, konnte die Verluste im späten Handel aber eingrenzen. Zwischenzeitlich drohte er unter die Marke von 18.000 Zählern zu fallen. Mitte Juni war der Dax letztmals unter diese psychologisch wichtige Unterstützung gerutscht. 

Die von den Tech-Schwergewichten dominierte Nasdaq-Börse hatte am Vortag einen Ausverkauf erlebt. Die Verluste setzten sich am Donnerstag zunächst nicht mehr fort. Anlagestratege Michael Winkler von der St. Galler Kantonalbank sprach von einer „gesunden Konsolidierung von einem überhitzten Niveau“. Die hohen Kursverluste belegten, dass Investoren hohe Erwartungen an Gewinne und Margen der Tech-Unternehmen hätten. „Dadurch bleiben Tech-Aktien anfällig für Gewinnmitnahmen“, warnte der Experte.

Erschwerend hinzu gesellten sich schwache heimische Konjunkturdaten. So versetzte das Ifo-Geschäftsklima den wirtschaftlichen Aussichten einen weiteren herben Dämpfer. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechterte sich im Juli überraschend weiter. „Jetzt müssen wohl die Rotstifte an die Konjunkturprognosen angelegt werden“, erwartet Chef-Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein.

Infineon-Aktie unter Druck: Schwache Nachfrage in der Chipbranche belastet

Die Infineon-Aktie ist aufgrund der allgemein schwachen Nachfrage in der Chipbranche stark gefallen. Sie ging mit einem Minus von fast 6,5 Prozent bei 30,48 Euro aus dem Handel.

Auslöser waren erneute gesenkte Prognosen des Konkurrenten STMicroelectronics, der mit einer deutlich schwächeren Nachfrage in den Bereichen Industrie und Automobil zu kämpfen hat. Auch Infineon ist stark in diesen Segmenten tätig und musste bereits zuvor seine eigenen Prognosen anpassen.

Die hohe Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz kann die allgemeine Schwäche im Markt derzeit nicht kompensieren. Investoren reagieren besorgt auf die Entwicklung und verkaufen ihre Aktien, was zu einem weiteren Kursverfall bei Infineon führt. Zudem belasten hohe Lagerbestände und eine schwache Nachfrage aus China die gesamte Branche, was auch Zulieferer und Ausrüster wie ASML und Aixtron trifft. Die allgemein hohe Bewertung von Tech-Aktien macht sie zudem anfällig für Gewinnmitnahmen.

Siltronic-Aktie an MDax-Spitze

Die Siltronic-Aktie erholte sich mit plus 7,5 Prozent deutlich trotz der allgemein schwachen Börsenstimmung. Der Xetra-Schlusskurs liegt bei 76,15 Euro.

Grund dafür war die Anhebung der Jahresprognose durch das Unternehmen. Siltronic zeigte sich im zweiten Quartal solider als erwartet und Analysten reagierten positiv auf die revidierte Prognose. Obwohl weiterhin mit schwierigen Geschäften gerechnet wird, ist der Ausblick für 2024 etwas zuversichtlicher ausgefallen.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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