Dax büßt Anfangsschwung etwas ein – Stabilus versucht Bodenbildung – Trump beflügelt Bitcoin

Der deutsche Aktienmarkt hat einen guten Start in die neue Börsenwoche hingelegt. Der Anfangsschwung ließ allerdings zuletzt etwas nach. Anleger dürften sich für Hinweise auf eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed positionieren, die tendenziell positiv für die Aktienmärkte wäre.
Der Leitindex Dax stieg in der ersten Stunde des Xetra-Handels bis auf 18.546 Zähler, zuletzt gewann er noch 0,35 Prozent auf 18.482 Punkte.
Schien es in der vergangenen Woche angesichts eines Rückschlags im US-Technologiesektor vorübergehend noch so, als könnte der Dax schon bald die runde Marke von 18.000 Punkten anlaufen, ist nun das Rekordhoch von Mitte Mai bei knapp 18.900 Punkten etwas näher gerückt. Unter dem Strich bleibt der Dax auf Richtungssuche.
Die Zinssenkungsfantasie war gegenwärtig für den Kursauftrieb einer der ausschlaggebenden Aspekte. “Die US-Notenbank wird am Mittwoch ganz konkrete vorbereitende Schritte einleiten müssen, was eine Zinssenkung im September anbelangt. Alles andere wäre eine große Überraschung“, schrieb Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.
Stabilus mit Bodenbildungsversuch - Quartalszahlen helfen
Nach hohen Kursverlusten der Stabilus-Aktie in den vergangenen Wochen hat sie am Montag zu einer Erholung angesetzt. Mit Rückenwind von Zahlen zum dritten Geschäftsquartal ging es im frühen Handel um knapp 8 Prozent nach oben auf 45,80 Euro. Nach einer Stunde Handel liegt das Plus bei 5,3 Prozent bei 44,70 Euro. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust allerdings noch immer auf rund ein Viertel.
Der operative Gewinn im vergangenen Quartal liege um vier Prozent über der Markterwartung, sagte ein Händler. Das sorge für mehr Zuversicht am Markt und hebe die Stimmung wieder etwas nach einer überraschenden Gewinnwarnung Mitte Juni. Diese hatte den Kurs binnen drei Wochen um ein Viertel einbrechen lassen.
Bitcoin-Kurs nach Trump-Aussagen weiter gestiegen - Knapp unter 70.000 US-Dollar
Der Kurs des Bitcoin ist am Montag weiter bis knapp unter 70.000 Euro gestiegen. Die älteste und bekannteste Kryptowährung wurde am Morgen zu 69.848 US-Dollar gehandelt und damit so hoch wie seit etwa sechs Wochen nicht mehr. Zudem nähert sich der Bitcoin dem Rekordhoch bei knapp 74.000 Dollar, das im März erreicht worden war.
Am Markt wurde der jüngste Kursanstieg mit Aussagen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump vom Wochenende erklärt. Trump hatte auf einer Konferenz in Nashville im amerikanischen Bundesstaat Tennessee versprochen, die USA zur „Krypto-Hauptstadt des Planeten und zur Bitcoin-Supermacht“ zu machen, wenn er nach der Wahl im November ins Weiße Haus zurückkehren sollte.
Trump sagte auch, er werde die US-Regierung anweisen, keine in Strafverfahren beschlagnahmten Kryptowährungen mehr zu verkaufen. Vielmehr sollen die beschlagnahmten Bestände als Grundlage für eine, wie er es nannte, „strategische Bitcoin-Reserve“ verwendet werden.
„Die erneute Positionierung als Schutzherr für Bitcoin und Co. ist Wasser auf die Mühlen der Anleger“, kommentierte Analyst Timo Emden von Emden-Research den jüngsten Kursanstieg. Er wies aber auch darauf hin, dass Trump die im Vorfeld hochgesteckten Erwartungen offensichtlich nicht ganz erfüllen konnte. „Die Anleger fürchten, dass Trump im Wahlkampfmodus das Blaue vom Himmel versprechen könnte“, sagte Emden.
In den vergangenen vier Monaten hielt sich der Bitcoin größtenteils in einer Handelsspanne zwischen 60.000 und 70.000 Dollar. Die Kursentwicklung im Verlauf der vergangenen Wochen zeigt allerdings auch, wie schwankungsanfällig der Handel ist. Es wird daher immer wieder vor möglichen großen Kursverlusten bei Kryptowährungen gewarnt.
Photovoltaik: Weniger Anlagen produziert und importiert
Der Ausbau der Solarenergie kommt in Deutschland langsamer voran. Darauf deuten Zahlen zum Außenhandel und zur Produktion entsprechender Anlagen hin, die das Statistische Bundesamt vorlegt. Danach wurden im Inland im ersten Quartal dieses Jahres 52,8 Prozent weniger Solarmodule hergestellt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig gingen auch die Einfuhren aus dem wichtigsten Importland China deutlich zurück: Sie sind nach fünf Monaten des laufenden Jahres um zwei Drittel hinter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr zurückgeblieben.
Es kommen also weniger neue Anlagen hinzu, der Bestand wächst aber: Im April 2024 waren 3,4 Millionen Anlagen mit einer Nennleistung von 81.500 Megawatt installiert. Das waren fast 30 Prozent mehr Anlagen als ein Jahr zuvor, während die installierte Leistung um 20,5 Prozent zulegte. 2023 lieferten die Anlagen mit dem Rekordwert von 53,6 Millionen Kilowattstunden knapp zwölf Prozent des eingespeisten Stroms in Deutschland. Mehr als ein Viertel (27,3 Prozent) des Sonnenstroms fiel allein im Juni an.
Erfasst werden alle Solaranlagen, die in öffentliche Versorgungsnetze einspeisen und über einen Stromzähler verfügen. Kleinere Anlagen wie die beliebten Balkonkraftwerke fallen in der Regel nicht darunter.
Unter den Stromproduzenten sind auch 1,8 Millionen private Haushalte, etwa jeder 20. in Deutschland. Bei ihnen geht es auch wegen sinkender Einspeisevergütungen meist um kleines Geld: Im Jahr 2022 erzielten sie mit dem selbstproduzierten Solarstrom im Schnitt Einnahmen von 183 Euro im Monat, ein knappes Drittel weniger als sieben Jahre zuvor.
Redaktion onvista/dpa-AFX