Heute endet die Zeichnungsfrist für Porsche – Viele Kleinanleger werden leer ausgehen

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Es ist das Börsenereignis schlechthin: Porsche geht an die Börse. Interessierte Anleger konnten ab letzten Dienstag, den 20. September, Aktien zeichnen. Schon nach wenigen Stunden war die Aktie überzeichnet, viele Anleger werden wohl leer ausgehen. Zeichnungswillige können noch bis heute 14 Uhr ihr Angebot abgeben. Morgen werden die Aktien dann regulär gehandelt.

Der Preis für eine Porsche-Aktie wurde in einer Spanne von 76,50 bis 82,50 Euro ausgegeben. Die am Börsengang beteiligten Banken haben schon den institutionellen Anlegern durchsickern lassen, dass die Aktien zum Preis von 82,50 Euro emittiert werden. Das heißt: Wer einen niedrigeren Preis angegeben hat, hat keine Chance.

Es werden auch viele Anleger leer ausgehen, die 82,50 Euro bieten. Es ist auch denkbar, dass sie nur einen Teil der von ihnen „vorbestellten“ Aktien erhalten.

Wie viele Porsche-Aktien gehen in den Handel?

Der VW-Konzern, der bisher 100 Prozent an Porsche hält, hat die Aktien in 911 Mio. Stück aufgeteilt. Diese Zahl ist symbolisch und erinnert an den legendären Porsche Carrera 911. Die Aktien werden aufgeteilt in jeweils 50 Prozent Stamm- und Vorzugsaktien. Von den Vorzugsaktien gehen 25 Prozent in den freien Handel.

Von den Stammaktien verkauft Volkswagen 25 Prozent plus 1 Aktie an die Porsche Holding SE. Somit bleiben 75 Prozent der Stamm- sowie der Vorzugsaktien bleiben beim VW-Konzern. Die Porsche Holding wird einen Aufschlag von 7,5 Prozent auf den Ausgabepreis der Vorzugsaktien zahlen, also 88,69 Euro.

Durch die Emission der Vorzugsaktien wird VW rund 9,4 Mrd. Euro einnehmen und weitere knapp 10,1 Mrd. Euro durch den Verkauf der Anteile an die Porsche Holding. Von diesen mehr als 19,5 Mrd. Euro möchte VW 49 Prozent als Sonderdividende an die Aktionäre ausschütten. Das muss aber auf einer im Dezember geplanten außerordentlichen Hauptversammlung genehmigt werden. Die Zustimmung gilt als reine Formsache.

Die restlichen 51 Prozent sollen in die Forschung und den Ausbau für E-Autos und Digitales fließen. Auf diesem Gebiet ist VW gerade sehr aktiv. So sind sie beispielsweise ein Joint Venture mit dem belgischen Materialtechnologiekonzern Umicore eingegangen. Das Ziel: Die Batterietechnik so voranzutreiben, dass sie für E-Autos eingesetzt werden kann.

Wird Porsche Ankeraktionäre haben?

Ja, es wird Ankeraktionäre geben. Insgesamt vier. Diese sind die Staatsfonds von Katar, Abu Dhabi und Norwegen sowie der US-Vermögensverwalter T. Rowe Price. Sie haben sich bereits verpflichtet, insgesamt 40 Prozent der Aktien zu erwerben.

Ankeraktionäre haben den Vorteil, dass sie der Aktie Stabilität geben und häufig auch in Bärenmärkten nicht verkaufen. Daher stürzen Aktien dieser Unternehmen nicht so stark. Andererseits bedeutet das aber auch: Diese Aktien sind beim Börsengang schon fest vergeben und können von Kleinanlegern nicht erworben werden. Das werden jetzt viele von ihnen spüren.

Mein Kollege Markus Weingran ging in der gestrigen Folge Mahlzeit unter anderem der Frage nach, wie Kleinanleger reagieren sollten, wenn sie bei der Zeichnung leer ausgehen.

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