Deutsche Börse prüft Zusammensetzung des Dax um 22 Uhr

Börse am Morgen 5.12.2022: Dax mit schwachem Handelsstart – Porsche vor Aufstieg in den Dax – Schlechte Nachrichten für den Einzelhandel

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Quelle: Immersion Imagery/Shutterstock.com

Der Dax ist schwach in den Handelstag gekommen: Im frühen Handel stand der deutsche Leitindex 0,2 Prozent im Minus bei rund 14.500 Punkten. In der letzten Woche hatte der deutsche Leitindex nur um einige wenige Punkte die neunte Gewinnwoche in Serie verpasst, obwohl er am Freitag zwischenzeitlich mit 14.584 Punkten einen weiteren Höchststand seit Juni erreicht hatte. Mit einem knappen Plus zum Handelsende trotzte er einem starken US-Arbeitsmarktbericht, der erneut Befürchtungen mit Blick auf die weitere US-Geldpolitik schürte.

Die Anleger haben neuerliche Zinssorgen schnell über Bord geworfen.

Christian Henke (Analyst beim Broker IG)

Porsche steht kurz vor Aufnahme in den Dax

Heute Abend um 22 Uhr entscheidet die Deutsche Börse über die Zusammensetzung des Dax im Rahmen des Fast Entrys und Fast Exits. Wenn ein Unternehmen mit der Marktkapitalisierung seines Freefloats auf mindestens Rang 33 liegt, löst es das Dax gelistete Unternehmen ab, dessen Marktkapitalisierung hinter Rang 47 liegt.

Nach jetzigem Stand würde Porsche aufsteigen und Puma in den MDax verdrängen. Dort wird der Sportartikelhersteller vermutlich Varta in den SDax schieben.

Außerdem rechnen Experten mit einem Platztausch zwischen der noch im MDax enthaltenen Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen und dem bislang noch im SDax geführten Bioethanolhersteller Verbio. Aus der Dax-Liga absteigen werde vermutlich das in letzter Zeit so arg gebeutelte About You.

Heute Abend wird die Deutsche Börse die Änderungen bekannt geben, die am 19. Dezember in Kraft treten werden.

Lage der Autoindustrie nach Ifo leicht verbessert

Nach Angaben des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo hat sich im November die Lage für die Autobauer und die Zulieferer leicht verbessert:

Im November stieg der entsprechende Index auf minus 2,2 Punkte nach minus 4,3 im Vormonat, wie das Institut am Montag unter Berufung auf eine eigene Umfrage mitteilte. Die Erwartungen für die kommenden Monate stiegen demnach auf minus 13,3 Punkte - nach minus 35,3 im Oktober. Übersetzt heißt das: Die Autobauer rechnen mit einer Ausweitung der Produktion.

Der Grund für die Aufhellung der Stimmung ist, dass das Risiko einer Gasmangellage im Winter und damit einer Rezession verringert hat.

Deutsche wollen bei Weihnachtsgeschenken sparen

Schlechte Nachrichten für den Einzelhandel: Die Deutschen wollen weniger Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das Beratungsunternehmen EY führte im November eine repräsentative Umfrage unter 1000 Verbrauchern durch. Das Ergebnis: Das durchschnittliche Budget für Weihnachtsgeschenke liegt dieses Jahr bei rund 252 Euro; 21 Euro weniger als im letzten Jahr. Das ist der niedrigste Wert seit 2014.

Vielen Verbrauchern geht es aktuell vor allem darum, irgendwie über die Runden zu kommen. Schenklaune will da nicht so richtig aufkommen.

Michael Renz (EY-Handelsexperte)

Dies betrifft aber nur Klein- und Mittelverdiener, denn wer über 70.000 Euro im Jahr verdient, hat der EY-Studie zufolge in der Regel ein Weihnachtsbudget etwas über dem Vorjahr.

Habeck in Namibia wegen Wasserstoff

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist heute in Namibia, wo er sich mit dem namibischen Präsidenten Hage Geingob und dem Energieminister Tom Alweendo. Bei dem Treffen geht es um eine Zusammenarbeit im Bereich des grünen Wasserstoffs zu erreichen.

Wasserstoff kommt auf der Erde nicht vor und muss daher gewonnen werden. Dafür wird Strom durch Wasser gejagt und es so in seine Einzelbestandteile zerlegt, darunter Wasserstoff. Der Nachteil: Dieser Vorgang ist sehr energeintensiv. Habecks Hoffnung: Die Sonne des südlichen Afrikas liefert beständig den dafür notwendigen Strom. Namibia solle daher ein wichtiger Lieferant für die deutsche Energiewende werden.

(mit Material von dpa-AFX)

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