Bitcoin: Und wenn (vorerst) keine Korrektur kommt? Dieser Faktor begünstigt weiter steigende Kurse

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Bitcoin: Und wenn (vorerst) keine Korrektur kommt? Dieser Faktor begünstigt weiter steigende Kurse

Ein Kursplus von über 16 Prozent in den letzten fünf Handelstagen und ein Plus von 2,3 Prozent in den letzten 24 Stunden – Bitcoin arbeitet weiter daran, in die Nähe seines letzten Allzeithochs bei 20.000 Dollar zu kommen. Die letzte Hürde vor der großen Marke (etwa 1500 Dollar oder etwas mehr als 8 Prozent) scheint jedoch zunehmend schwerer zu erklimmen zu sein, denn der Vormarsch der Kryptowährung hat sich in den letzten Tagen abgebremst.

Nach dem bisherigen Jahreshoch bei knapp 19.000 Dollar ist der Kurs bereits mehrmals wieder unter die Marke von 18.000 Dollar gerutscht, kann sich bisher jedoch noch gut in dieser Preiszone halten.

Wenn man sich den restlichen Kryptomarkt anschaut, wird jedoch immer offensichtlicher, dass viele in den Sektor involvierte Investoren damit beginnen, ihre Gewinne aus Bitcoin umzuschichten und dass Kapital in andere Coins fließt.

So konnte zum Beispiel Ethereum, die Nummer zwei nach Marktkapitalisierung hinter Bitcoin, in den letzten Tagen ebenfalls deutlich an Fahrt aufnehmen und über die Marke von 600 Dollar klettern. Auf Wochensicht konnte Ethereum ein Plus von über 30 Prozent herausholen. Ethereum ist eine eigene Blockchain, die eine Art dezentrales Betriebssystem für Dapps, also dezentrale Anwendungen – größtenteils im Finanzbereich – ermöglicht. Auf dieser Infrastruktur wird an der Finanzinfrastruktur der Zukunft gearbeitet. Ein Großteil der Krypto-Projekte wird auf der Ethereum-Blockchain umgesetzt.

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Und viele dieser Projekte konnten in den letzten Tagen ebenfalls beeindruckende Preissteigerungen erfahren. Aber auch Bitcoin- und Ethereum-Alternativen blicken auf Kurssprünge im hohen zweistelligen Prozentbereich.

Korrektur im Anmarsch oder geht es fröhlich weiter?

Angesichts der zuletzt extremen Kapitalzuflüsse in Bitcoin ist eine herbe Korrektur aufgrund zwischenzeitlicher Gewinnmitnahmen immer noch durchaus zu erwarten, wie bereits in diesem Artikel diskutiert. Ein Blick auf den vergangenen Bullenzyklus von Bitcoin warnt vor starken Preiskorrekturen, die auch während einer positiven Phase dazugehören. Allerdings bietet die derzeitige Situation aufgrund eines doch sehr anderen Umfelds Raum für weiteres Aufwärtspotenzial oder zumindest einen stabileren Trend nach oben. Denn der derzeitige Aufschwung wird vor allem auf institutioneller Ebene getragen und noch nicht durch das wieder gestiegene Interesse aus dem Retail-Sektor.

Bitcoin: Der Tenor in der Finanzwelt hat sich geändert

Schaut man auf die Finanzwelt, dann hat sich der Tenor in den vergangenen Monaten zunehmend zum positiven geändert. Bitcoin wird nun von einigen Experten und Marktbeobachtern wesentlich mehr Reife als während des letzten Preispeaks vor drei Jahren zugesprochen. Vor allem die Einstiege einiger namhafter Investoren und Hedgefunds hat die Reputation von Bitcoin enorm gestärkt. „Der Hauptunterschied zwischen jetzt und der Rallye 2017 besteht darin, dass der Markt damals von Spekulationen im Einzelhandel und jetzt von Unternehmen und Milliardären angetrieben wurde“, sagt beispielsweise Mati Greenspan, Portfoliomanager und Gründer von Quantum Economics gegenüber dem Finanznachrichtendienst CNBC.

Jüngst hat auch Blackrock, der größte Vermögensverwalter der Welt, Bitcoin geadelt. Rick Rieder, Global Chief Investment Officer of Fixed Income bei Blackrock, hat Bitcoin in einem CNBC-Interview das Potenzial zugesprochen, auf das selbe Niveau wie Gold zu gelangen, was das Marketcap angeht und dabei die bessere Funktionalität von Bitcoin gelobt.

Quelle: Twitter


Wie könnte sich das auf die Volatilität auswirken?

Komplett anders als beim letzten Bullenzyklus ist, dass das lange erhoffte Interesse aus dem institutionellen Sektor nun endlich da ist und potenziell für eine enorme Nachfrage sorgen kann. Zudem sind diese Investoren professionell und agieren mit ganz anderen Beträgen als Retail-Investoren. Das heißt zum einen, dass die Nachfrage wesentlich höher ist, die Käufe geplanter und weniger unmittelbar preistreibend stattfinden (meist OTC, also „over the counter“ und nicht einfach öffentlich an den Börsen, wo es einen sofortigen Effekt auf den Preis hätte) – und zum anderen dürfte diese neue Investorenklasse deutlich ruhigere Hände haben, heißt es wird langfristig als Inflationschutz und zur Diversifikation investiert und nicht in einer Phase des „Goldrauschs“ wie zuletzt 2017 (natürlich gibt es jedoch auch im institutionellen Sektor kurzfristige Spekulationen auf den Bitcoin-Preis, der potenziell Verkaufsdruck erzeugen könnte).

Dass das institutionelle Interesse da ist, heißt jedoch bei weitem nicht, dass Bitcoin jetzt vor Volatilität oder herben Preiskorrekturen geschützt ist. Der Kapitalzufluss aus diesem Bereich hat gerade erst begonnen. Die veröffentlichten Kaufbeträge von Square, Microstrategy oder auch dem Fidelity-Fund sind zwar beeindruckend, doch bisher ist der Anteil dieser Investorengruppe klein. Ein sehr großer Teil aller verfügbaren Bitcoin ist immer noch in Besitz von Privatpersonen, die ihre Coins in frühen Tagen erworben haben. Das versetzt diese Individuen potenziell in die Lage, massiven Einfluss auf den Preis zu nehmen, diesen Umstand darf man als investierter Anleger nicht außer Acht lassen.

Allerdings ist gerade beim Thema Blockchain und Kryptowährungen der „emotionale“ Aspekt innerhalb der Krypto-Szene sehr hoch. Viele der frühen Investoren betrachten sich als Vorreiter einer digitalen und wirtschaftlichen Dezentralisierung, die die Probleme des derzeitigen Finanzsystems lösen soll, deswegen ist ein Angriff auf den Preis durch eine der beschriebenen Besitzer einer großen Menge Bitcoin eher kein wahrscheinliches Szenario.

Was kann man jetzt daraus mitnehmen?

Als langfristig investierter Anleger kann man sich die Situation in Ruhe anschauen und dabei bleiben. Mögliche Korrekturen können einfach zum nachkaufen genutzt werden. Für interessierte Anleger, die einen Einstiegszeitpunkt suchen, gestaltet sich diese Phase schwierig. Wer ganz langfristig dabei sein möchte und nicht mehr warten kann, der kann etwaige starke Korrekturen im Nachhinein aussitzen. Wer kurzfristig traden will, der sollte besondere Vorsicht walten lassen und eventuell doch auf das Allzeithoch gefolgt von einer wahrscheinlicheren Korrektur warten.

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Von Alexander Mayer

Titelfoto: Wit Olszewski / Shutterstock.com

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