Letzten Freitag 9. Gewinnwoche in Folge nur knapp verpasst

Dax Vorbörse heute 5.12.2022: Dax vorbörslich leicht im Minus – Chinas Börsen legen zu – Boykott russischen Öls tritt heute in Kraft

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: anathomy/Shutterstock.com

Für den Dax zeichnet sich am Montag ein ruhiger Wochenstart ab. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsbeginn ein Minus von 0,1 Prozent auf 14 514 Punkte. Ähnlich sieht es bei seinem Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 aus, der ebenfalls knapp im Minus erwartet wird.

In der vergangenen Woche hatte der Dax nur um wenige Punkte die neunte Gewinnwoche in Serie verpasst, obwohl er am Freitag zwischenzeitlich mit 14 584 Punkten einen weiteren Höchststand seit Juni erreicht hatte. Orientierungsmarke nach oben bleibt das damalige Zwischenhoch bei 14 709 Punkten.

Etwas Unterstützung für den Dax kam am Morgen aus Asien. Die Börsen in China und insbesondere in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong legten deutlich zu. Hier hofften die Anleger auf die Lockerung der strikten Corona-Politik, sagte ein Börsianer. Am US-Aktienmarkt hatte sich nach dem Kurssprung am Mittwoch vor dem Wochenende eher wenig getan.

Einzelwerte im Überblick

Am deutschen Aktienmarkt steht der Online-Broker Flatexdegiro im Fokus. Nach der am Wochenende bekannt gewordenen Gewinnwarnung und der Kritik der deutschen Finanzaufsicht Bafin, die bei einer Sonderprüfung Mängel in der Organisation und der Unternehmensführung festgestellt hatte, verloren die Aktien auf der Handelsplattform vorbörslich über 14 Prozent, womit ihnen ein Jahrestief droht. Ein Börsenhändler sprach von "desaströsen" Nachrichten des Frankfurter Unternehmens. Und die Analysten der Deutschen Bank rechnet nun damit, dass die Konsensschätzung für das diesjährige Ergebnis je Aktie (EPS) um 15 Prozent fallen könnte.

Dagegen könnten die Aktien der Volkswagen-Dachgesellschaft Porsche SE von einer neuen Kaufempfehlung der HSBC profitieren. Zudem stufte die US-Bank JPMorgan im Rahmen einer Studie zur Autobranche die Aktien des Zulieferers Vitesco hoch und verlieh den Titeln des Autobauers Mercedes-Benz den Status "Positive Catalyst Watch". Die Analysten rechnen also kurzfristig mit positiven Nachrichten der Stuttgarter.

Wall Street: Dow Jones im Plus, NASDAQ 100 und S&P 500 im Minus

Die US-Börsen haben vor dem Wochenende einen überraschend starken Arbeitsmarktbericht und die Perspektive weiter steigender Zinsen erstaunlich gut weggesteckt. Nach einem Rücksetzer des Dow Jones Industrial von einem Prozent zum Handelsbeginn drehte der Leitindex am Freitag in der letzten Handelsstunde sogar noch ins Plus. Das betrug am Ende 0,10 Prozent auf 34 429,88 Punkte, womit auch die Wochenbilanz leicht positiv ist.

Auch andere wichtige Börsenindizes zeigten sich angesichts dieses für Aktien ungünstigen Szenarios robust: Der marktbreite S&P 500 schloss mit 0,12 Prozent nur moderat im Minus bei 4071,70 Punkten. Der technologielastige NASDAQ 100 gab mit 0,40 Prozent auf 11 994,26 Zähler ebenfalls nur leicht nach.

Asien: Nikkei leicht im Plus, Hang Seng steigt starkt

In Asien haben die Aktienmärkte überwiegend zugelegt. Dabei zogen die Kurse vor allem in China und Hongkong wegen der teilweisen Lockerung der strikten Corona-Politik Chinas stark an. Der Hang-Seng-Index , Börsenbarometer der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong, stieg zuletzt rund dreieinhalb Prozent. Auch in China ging es deutlich nach oben. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Festlandbörsen gewann im späten Handel knapp zwei Prozent.

Nicht so deutlich fielen dagegen die Gewinne in Japan aus. Der dortige Leitindex Nikkei 225 stieg um 0,15 Prozent; der breiter gefasste Index Topix gab leicht nach. Ebenfalls nach unten ging es in Indien und Südkorea.

Renten

Bund-Future                       141,90                   -0,37%

Devisen: Euro steigt auf Fünfmonatshoch

Der Euro hat zum Wochenstart zugelegt und ist auf den höchsten Stand seit gut fünf Monaten gestiegen. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,0585 US-Dollar und damit so viel wie seit Ende Juni nicht mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor dem Wochenende auf 1,0538 Dollar festgesetzt.

Zu Wochenbeginn werden in der Eurozone und den USA wichtige Indikatoren aus dem Dienstleistungssektor erwartet. In Europa veröffentlicht S&P Global seine Einkaufsmanagerindizes. In den Vereinigten Staaten richtet sich der Blick auf das Pendant der europäischen Zahl, den ISM-Index. Beide Kennziffern ergeben sich aus Branchenumfragen und liefern Hinweise auf den Zustand der Konjunktur.

Euro/USD                            1,0572                   0,37%

USD/Yen                             134,61                   0,23%

Euro/Yen                             142,31                   0,59%

Ölpreise legen leicht zu - EU-Embargo auf russisches Erdöl tritt in Kraft

Die Ölpreise sind am Montag mit leichten Aufschlägen in die neue Handelswoche gestartet. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 85,90 US-Dollar. Das waren 33 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 44 Cent auf 80,42 Dollar.

Zum Wochenstart tritt ein weitgehendes Embargo der Europäischen Union (EU) auf russisches Erdöl in Kraft. Zudem will die EU mit anderen großen Ländern eine Preisobergrenze für russisches Erdöl durchsetzen. Beides soll Russland finanziell treffen und ist eine Reaktion auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine. Russland hat angekündigt, den Preisdeckel nicht zu akzeptieren und an kein Land zu liefern, das sich an die Obergrenze hält.

Unterdessen hat am Wochenende der von Saudi-Arabien und Russland angeführte Ölverbund Opec+ beschlossen, seine Förderung zunächst unverändert zu belassen. Seit Anfang November fördern die rund 20 Staaten deutlich weniger Erdöl, daran soll festgehalten werden. Die Entscheidung war am Markt erwartet worden.

Brent                         85,92               +0,35 USD

WTI                           80,37               +0,39 USD

Umstufungen von Aktien

- BERENBERG SENKT ZIEL FÜR ZEAL NETWORK AUF 50 (52) EUR - 'BUY'

- JPMORGAN HEBT VITESCO AUF 'OVERWEIGHT' (NEUTRAL) - ZIEL 65 (53) EUR

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR METRO AG AUF 8,70 (8) EUR - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR SCHAEFFLER AUF 7,50 (6,50) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR STABILUS AUF 74 (66) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR LEONI AUF 8,10 (10) EUR - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN SETZT MERCEDES BENZ UND STELLANTIS AUF 'POSITIVE CATALYST WATCH'

- JPMORGAN SENKT SPIRE INC AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 69 (75) USD

- BERENBERG SENKT ZIEL FÜR ORSTED AUF 800 (1000) DKK - 'BUY'

- JEFFERIES HEBT BELLWAY AUF 'BUY' (HOLD) - ZIEL 2458 (1928) PENCE

- JEFFERIES HEBT SAINT-GOBAIN AUF 'BUY' (HOLD) - ZIEL 65 (41,40) EUR

- JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR CRH AUF 51,60 (50,30) EUR - 'BUY'

- JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR UBS AUF 23 (21) CHF - 'BUY'

- JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR VINCI AUF 115 (105) EUR - 'BUY'

- JEFFERIES SENKT KINGSPAN AUF 'UNDERPERFORM' (HOLD) - ZIEL 45,90 (63,60) EUR

- JEFFERIES SENKT PERSIMMON AUF 'HOLD' (BUY) - ZIEL 1436 (1485) PENCE

- JEFFERIES SENKT WATKIN JONES AUF 'HOLD' (BUY) - ZIEL 111 (225) PENCE

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR MICHELIN AUF 22 (20) EUR - 'UNDERWEIGHT'

- JPMORGAN SENKT GESTAMP AUF 'UNDERWEIGHT' (NEUTRAL) - ZIEL 3,20 (3,50) EUR

- JPMORGAN SENKT JERONIMO MARTINS AUF 'NEUTRAL'(OVERWEIGHT) - ZIEL 24,10 (21) EUR

- JPMORGAN SENKT PLASTIC OMNIUM AUF 'UNDERWEIGHT' (NEUTRAL) - ZIEL 14 (17) EUR

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR AHOLD DELHAIZE AUF 30 (31) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR FAURECIA AUF 23 (34) EUR - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN SETZT B&M UND TESCO AUF 'POSITIVE CATALYST WATCH'

- JPMORGAN SETZT JERONIMO UND COLRUYT AUF 'NEGATIVE CATALYST WATCH'

- JPMORGAN SETZT PIRELLI AUF 'POSITIVE CATALYST WATCH'

Termine Unternehmen

22:00 DEU: Deutsche Börse überprüft turnusgemäß Zusammensetzung ihrer Dax-Indizes

DEU: KBA / VDA, Pkw-Zulassungszahlen 11/22

TERMINE KONJUNKTUR

01:30 JPN: PMI Dienste 11/22 (2. Veröffentlichung)

02:45 CHN: PMI Dienste 11/22

08:00 TUR: Verbraucherpreise 11/22

08:45 FRA: Industrieproduktion 10/22

09:15 ESP: PMI Dienste 11/22

09:45 ITA: PMI Dienste 11/22

09:50 FRA: PMI Dienste 11/22 (2. Veröffentlichung)

09:55 DEU: PMI Dienste 11/22 (2. Veröffentlichung)

10:00 EUR: PMI Dienste 11/22 (2. Veröffentlichung)

10:30 EUR: Sentix-Investorvertrauen 12/22

10:30 GBR: PMI Dienste 11/22 (2. Veröffentlichung)

11:00 EUR: Einzelhandelsumsatz 10/22

15:45 USA: PMI Dienste 11/22 (2. Veröffentlichung)

16:00 USA: Auftragseingang Industrie 10/22

16:00 USA: Auftragseingang langlebige Güter 10/22 (endgültig)

16:00 USA: ISM Dienstleistungsindex 11/22

Sonstige Termine

10:30 DEU: Online-Pk Bausparkasse Schwäbisch Hall «Ist Wohneigentum noch bezahlbar?»

13:00 CHE: BIZ-Quartalsbericht

DEU: Presseveranstaltungen «Raumfahrt- und Quantentechnologie made in Germany» von Maschinenbauer Trumpf

+ 10.15 Pk zu Raumfahrttechnik mit Anna Christmann, Koordinatorin der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt, Ilan Rozenkopf, Experte für Luft- und Raumfahrt in Europa und Christian Schmitz, CEO Lasertechnik bei Trumpf

+ 13.30 Pk zu Quantentechnologie mit Dr. Michael Förtsch, CEO des Start-up- Unternehmen Q.ANT

DEU: Gesundheitsministerkonferenz, Magdeburg

EUR: Erster Tag des zweitägigen Treffens der Verkehrs-, Telekommunikations- und Energieminister

EUR: Treffen der Eurogruppe in Brüsssel

USA: Treffen EU-US Handels- und Technologierat, Washington

Redaktion onvista/dpa-AFX

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