Dax-Korrektur hält an – Gute Nachrichten verpuffen wieder

Der Dax hat am Donnerstag seine Korrektur fortgesetzt. „Der Markt ist überkauft, sodass gute Nachrichten nicht mehr zu Käufen führen“, schrieb Analyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets mit Blick auf die negativ aufgenommenen Zahlen der US-Technologieriesen Microsoft Meta.
Angesichts schwacher US-Börsen weitete der deutsche Leitindex seinen Tagesverlust noch aus und schloss 0,93 Prozent tiefer mit 19.077 Punkten. Damit behauptete er sich zwar letztlich über der Marke von 19.000 Punkten. Das zur Monatsmitte erreichte Rekordhoch von knapp 19.675 Punkten, welches der Dax zuletzt am Dienstag ins Visier genommen hatte, rückte aber weiter in die Ferne. Für den Oktober verzeichnet er einen Kursrückgang um knapp 1,3 Prozent.
Vor den Wahlen in den Vereinigten Staaten sowie der Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche „haben die Anleger plötzlich die Lust auf Aktien verloren“, so Experte Oldenburger weiter. Denn die Zinswende sei nun zwar da, könnte aber „viel schwächer ausfallen als noch vor einigen Wochen erhofft“. Ähnlich sehen das die Autoren des Börsenbriefs Fuchskapital. „Die Hoffnungen auf weitere schnelle Zinssenkungen könnten enttäuscht werden“, heißt es in der aktuellen Ausgabe.
Airbus profitiert von Quartalszahlen
Gestern veröffentlichte Airbus im nachbörslichen Handel seine Zahlen. Airbus legte im frühen Handel um 3,5 Prozent zu und notierte nach wenigen Minuten bei über 144,60 Euro. Doch dann verpufften die guten Nachrichten und die Airbus-Aktie ging mit einem Plus von 0,3 Prozent bei über 140 Euro aus dem Handel.
Der Flugzeugbauer habe mit seinen Zahlen die Erwartungen übertroffen, sagten Analysten unisono. Dass sich Airbus im Schlussquartal wohl etwas strecken muss, um die angepeilten Auslieferungen für das Gesamtjahr zu erreichen, hemmt den Kurs nicht.
Analyst Victor Allard von Goldman Sachs bezeichnete das bekräftigte Auslieferungsziel von 770 Flugzeugen sogar als beruhigend. Sämtliche Sparten hätten sich operativ solide entwickelt und es gebe keine besonderen Einmalposten, die die gute Entwicklung ausgemacht hätten, schrieb er zudem. Der freie Mittelzufluss sei abermals sehr stark gewesen.
Airbus punktete bei Marktteilnehmern auch mit der Meldung, dass der Chef des Triebwerkherstellers MTU, Lars Wagner, zu Airbus wechseln und dort die Verkehrsflugzeugsparte leiten wird. Die MTU-Papiere verloren am Donnerstag 1,5 Prozent, haben allerdings eine fulminante Rally hinter sich mit einem Rekordhoch von fast 315 Euro aus der vergangenen Woche.
Plus sechs Prozent: Stabilus nach Zahlen an MDax-Spitze
Der Autozulieferer Stabilus hat dank eines starken Schlussspurts und einer Übernahme im vergangenen Geschäftsjahr operativ besser abgeschnitten als erwartet.
Der um Sondereffekte wie die Belastungen aus der Übernahme von Destaco bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei zwar leicht auf 157 Millionen Euro gefallen, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwochabend in Koblenz mit.
Unter dem Strich erwirtschaftete der Konzern einen Gewinn von 72 Millionen Euro - nach 103 Millionen Euro vor einem Jahr. Der Umsatz zog unter anderem dank des US-Zukaufs um 7,5 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro an. Das Umsatzplus fiel im Rahmen der Erwartungen aus.
Von Bloomberg befragte Experten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Der Umsatz zog unter anderem dank des Zukaufs um acht Prozent auf 1,31 Milliarden Euro an. Das Umsatzplus fiel im Rahmen der Erwartungen aus.
Anleger zeigten sich erfreut und griffen zu. Die Stabilus-Aktie ging mit einem Plus von 6,9 Prozent bei 36,35 Euro aus dem Handel. Damit ist Stabilus der beste Wert aus dem MDax.
Die vollständigen vorläufigen Jahresergebnisse will der Konzern am 11. November bekanntgeben.
Redaktion onvista/dpa-AFX