Kanada stuft Irans Revolutionsgarden als Terror-Gruppe ein

Ottawa (Reuters) - Kanada stuft die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation ein.
Man werde alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um terroristische Aktivitäten der Revolutionsgarden zu bekämpfen, sagte am Mittwoch der Minister für öffentliche Sicherheit, Dominic LeBlanc, vor Journalisten. Grundlage der Ankündigung seien "sehr starke und überzeugende Beweise". Kanada führt bereits die Unterorganisation Kuds-Brigaden der Revolutionsgarden als Terrorgruppe. Die Regierung in Ottawa brach 2012 die diplomatischen Beziehungen zu Teheran ab. Eine iranische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.
Damit schließt sich Kanada den USA an, die im April 2019 unter Präsident Donald Trump einen ähnlichen Schritt vollzogen hatten. Auch in anderen Ländern wird darüber seit Jahren diskutiert. Medienberichten vom April und Mai 2024 zufolge könnte die Organisation auf die EU-Terrorliste gesetzt werden. Nach einem iranischen Luftangriff auf Israel in dem Monat hatte die Regierung in Jerusalem nach eigenen Angaben Dutzende Länder erneut zu dem Schritt aufgefordert.
Westliche Regierungen machen die Garden für eine Reihe von Terroranschlägen und -Plänen verantwortlich. Sie wurden nach der Islamischen Revolution 1979 gegründet, um das iranische System zu schützen. Die Elite-Truppe kontrolliert weite Teile der Streitkräfte sowie das Raketenprogramm und hat darüber hinaus großen Einfluss auf Politik und Wirtschaft. US-Geheimdienste gehen von einer Stärke von 190.000 Mann aus, etwas größer als die Zahl der Soldaten in Uniform bei der Bundeswehr.
(Bericht von David Ljunggren und Scot W. Stevenson; Redigiert von Birgit Mittwollen.; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)