Finanzinvestor CVC will mit Börsengang 1,8 Mrd Euro einnehmen

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London (Reuters) - Der europäische Finanzinvestor CVC wird bei seinem geplanten Börsengang mit bis zu 15 Milliarden Euro bewertet.

Der Mehrheitseigentümer der Parfümeriekette Douglas legte die Preisspanne für seine Anteile am Montag auf 13 bis 15 Euro fest. Bei einem Zuteilungspreis in der Mitte der Spanne würde CVC mit der Emission 1,8 Milliarden Euro erlösen, wie aus dem am Montag veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht. Das ist mehr als erwartet. Erst im Herbst hatte CVC einen Anlauf wegen des wackligen Börsenumfelds abgeblasen.

Nun ist die Nachfrage nach den Papieren offenbar groß: Nach Angaben der beteiligten Banken waren die Bücher bereits am ersten Tag der Zeichnungsfrist vielfach überzeichnet. Am Freitag sollen die Papiere erstmals an der Amsterdamer Börse gehandelt werden.

Die Beteiligungsgesellschaft verwaltet 186 Milliarden Euro und hat erst im vergangenen Jahr den damals weltgrößten Private-Equity-Fonds aufgelegt. Weil das klassische Geschäft mit dem Kauf und Verkauf von Unternehmen schwieriger wird, will sich CVC - wie viele andere Finanzinvestoren - breiter aufstellen und etwa in Infrastruktur-Projekte oder Kredite investieren. CVC-Chef Rob Lucas verspricht sich von der Börsennotiz neuen Schwung für das interne Wachstum, aber auch Möglichkeiten für Zukäufe. Nach dem Börsengang sollen laut Prospekt gut zwölf Prozent der Aktien in die Hände Dritter kommen. Organisiert wird der Börsengang von den Investmentbanken Goldman Sachs, JP Morgan und Morgan Stanley.

In den vergangenen Jahren drängten immer mehr Finanzinvestoren an die Börse, in Europa hatten unter anderem EQT aus Schweden und die britische Bridgepoint den Sprung gewagt. Die Aktien von EQT sind binnen sechs Monaten um 50 Prozent gestiegen. Auch der US-Technologieinvestor General Atlantic hegt Berichten zufolge Börsenpläne für New York.

CVC hatte seinen juristischen Sitz bisher in Luxemburg, wird aber überwiegend von Großbritannien aus gesteuert. Im Zuge des Börsengangs wird der Sitz auf die Kanalinsel Jersey verlegt.

In Deutschland ist der ehemalige Goldman-Sachs-Investmentbanker Alex Dibelius das bekannteste Gesicht von CVC. Hier ist der Investor nicht nur Mehrheitsaktionär von Douglas, dessen Börsengang im März gefloppt war. Die Douglas-Aktien liegen 19 Prozent unter dem Ausgabepreis. CVC ist auch am Tankkarten-Anbieter DKV Mobility beteiligt, der ebenfalls Börsenpläne hegt, sowie an der früheren Bosch-Verpackungssparte Syntegon. Bekannt ist aus dem deutschen CVC-Portfolio auch die Sportwetten-Kette Tipico. Jüngste Neuerwerbung ist Sunday Natural, ein Anbieter von Vitaminpräparaten und anderen Nahrungsergänzungsmitteln.

(Bericht von Bericht von Michal Aleksandrowicz und Pablo Mayo Cerqueiro; Geschrieben von Alexander Hübner und Philipp Krach. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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