Preiskrieg auf US-Automarkt - Ford dämpft Gewinnerwartungen

Detroit (Reuters) - Der Preiskrieg auf dem Automarkt bereitet dem US-Autobauer Ford Sorgen.
Das Unternehmen geht nun nur noch davon aus, ein Ergebnis am unteren Ende seiner Prognosespanne zu erwirtschaften. "Zweifellos gibt es weltweit einen Preiskrieg, der von Überkapazitäten, einer Flut neuer Elektroautobauer und massiven regulatorischen Vorschriften angeheizt wird", sagte Ford-Chef Jim Farley am Montag nach US-Börsenschluss. Finanzchef John Lawler sagte, Ford werde zusätzlich von hohen Garantiekosten sowie Verwerfungen in seiner Lieferkette belastet, die durch die jüngsten Wirbelstürme ausgelöst wurden.
Vor Zinsen und Steuern geht das Unternehmen nun von einem Gewinn von ungefähr zehn Milliarden Dollar aus, bislang hatte es zehn bis zwölf Milliarden für möglich gehalten. Im dritten Quartal sank der Nettogewinn auf 900 Millionen Dollar, das ist ungefähr ein Viertel weniger als vor Jahresfrist. "Ford und andere heimische Autobauer haben mit Gegenwind durch immer noch hohe Zinsen und überhöhte Lagerbeständen zu kämpfen", sagte Garrett Nelson, Analyst bei CFRA.
Auf den Gewinn drücken kostspielige Qualitätsprobleme, die die Ausgaben für Reparaturen und Garantien in die Höhe treiben. Das Elektroautogeschäft bei Ford steckt zudem immer noch tief in den roten Zahlen. In diesem Jahr dürfte es ein Verlust von fünf Milliarden Dollar werden, im dritten Quartal allein waren es 1,2 Milliarden Dollar. Zuletzt hatte das Unternehmen ein Modell gestrichen, um die Verluste in den Griff zu bekommen. Der Preisdruck dürfte noch mindestens bis 2026 hoch bleiben, sagte Finanzchef Lawler, weil Autobauer den Markt mit neuen Modellen fluteten. "Es wird ein sehr wettbewerbsintensives Marktumfeld, und darauf müssen wir vorbereitet sein."
Ford-Erzkonkurrent General Motors hat hingegen nicht nur die Erwartungen der Wall-Street-Experten für das dritte Quartal übertroffen. Er rechnet auch damit, beim Ergebnis am oberen Ende seiner angepeilten Gewinnspanne zu landen.
(Bericht von Nora Eckert, Nathan Gomes, geschrieben von Christina Amann, redigiert von Myria Mildenberger.; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)