Kammer: Keine Chance für britischen Beitritt zu Amerika-Handelspakt

dpa-AFX

WASHINGTON/LONDON (dpa-AFX) - Großbritannien hat nach Ansicht eines Außenwirtschaftsexperten derzeit kaum Aussicht auf eine Teilnahme an großen Handelsbündnissen. "Ein Beitritt zum Handelspakt CPTPP der Pazifikanrainer und vor allem zum nordamerikanischen USMCA sind erst einmal nicht realistisch, zumindest nicht in naher Zukunft", sagte Emanuel Adam von der britisch-amerikanischen Handelskammer der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei es noch zu früh, um über den Beitritt zum USA-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA) zu sprechen, räumte Adam ein. "Jedoch erscheint diese Idee etwas weit hergeholt."

Das vom britischen Premierminister Boris Johnson erhoffte Freihandelsabkommen mit den USA, ein wichtiges Vorhaben nach dem Brexit, ist in weite Ferne gerückt. US-Präsident Joe Biden hat deutlich gemacht, dass ein solcher bilateraler Vertrag derzeit keine Priorität hat und sieht überdies Londons Rolle im Streit mit der EU-Kommission über Brexit-Regeln für die britische Provinz Nordirland kritisch. Daraufhin berichteten britische Medien, Großbritannien wolle sich um eine Aufnahme zum USMCA bemühen.

"Es ist gar nicht klar, ob USMCA den Beitritt anderer Parteien zulässt, zumal ein Beitritt eine Neuverhandlung des gerade erst mit Mühen errungenen Pakts bedeuten würde", sagte Handelsexperte Adam. "Darüber hinaus hat das Vereinigte Königreich bereits Abkommen mit Kanada und Mexiko." Kompliziert sei auch die Lage beim CPTPP (Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership). "Die Verhandlungen um einen Beitritt zum CPTPP sind erst am Anfang, und die Intention Chinas, sich ebenfalls um einen Beitritt zu bemühen, könnte den Prozess erschweren."

Die britisch-amerikanische Handelskammer fordert "in Anbetracht der Tatsache, dass es vorerst nicht zu einem Handelspakt zwischen den USA und Großbritannien kommt", eine neue transatlantische wirtschaftliche Kooperation. So könnten Washington und London etwa spezifische Abkommen zu Datentransfers, zum Handel von digitalen Dienstleistungen und Technologien sowie zu einem weiteren Ausbau der lokalen Handelsförderung vereinbaren, sagte Adam. Das käme gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen zugute: "Dies könnte mittelfristig mehr Gewicht haben als lange Verhandlungen mit ungewissem Ausgang."/bvi/DP/zb

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