MicroStrategy: Michael Saylor kauft weitere 19.000 Bitcoin für eine Milliarde Dollar – doch wie sieht eigentlich die fundamentale geschäftliche Lage für das Unternehmen aus?

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MicroStrategy: Michael Saylor kauft weitere 19.000 Bitcoin für eine Milliarde Dollar – doch wie sieht eigentlich die fundamentale geschäftliche Lage für das Unternehmen aus?

MicroStrategy kann anscheinend nicht genug bekommen. Wie das Unternehmen heute in einer Pressemitteilung bekannt gemacht hat, sind weitere 19.452 Bitcoin in das firmeneigene Portfolio geflossen – zu einem Preis von 1,026 Milliarden Dollar und zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 52.765 Dollar je Bitcoin.

Zum 24. Februar 2021 hält das Unternehmen damit laut Pressemitteilung insgesamt ca. 90.531 Bitcoin, die zu einem Gesamtkaufpreis von ungefähr 2,171 Milliarden Dollar und einem durchschnittlichen Kaufpreis von ca. 23.985 Dollar pro Bitcoin einschließlich Gebühren und Aufwendungen erworben wurden.

„Das Unternehmen konzentriert sich weiterhin auf unsere beiden Unternehmensstrategien, das Geschäft mit Unternehmensanalysesoftware auszubauen und Bitcoin zu erwerben und zu halten“, sagte Michael J. Saylor, CEO von MicroStrategy Incorporated. „Das Unternehmen hält jetzt über 90.000 Bitcoins und bekräftigt unsere Überzeugung, dass Bitcoin als weltweit am weitesten verbreitete Kryptowährung als zuverlässiger Wertspeicher dienen kann. Wir werden unsere Strategie des Erwerbs von Bitcoin mit überschüssigem Bargeld fortsetzen und können von Zeit zu Zeit unter Marktbedingungen Schuld- oder Beteiligungspapiere bei Kapitalbeschaffungstransaktionen ausgeben, um den Erlös für den Kauf von zusätzlichem Bitcoin zu verwenden. “

„MicroStrategy widmet sich weiterhin unseren Enterprise Analytics-Kunden und unserem Ziel, ein wachsendes profitables Business Intelligence-Unternehmen zu betreiben“, sagte Phong Le, President & CFO von MicroStrategy Incorporated. „Wir glauben, dass unsere Bitcoin-Strategie, einschließlich unserer Bitcoin-Bestände und der damit verbundenen Aktivitäten zur Unterstützung des Bitcoin-Netzwerks, unser Softwaregeschäft ergänzt, indem sie die Bekanntheit unserer Marke erhöht und Möglichkeiten zur Gewinnung neuer Kunden bietet.“

Das Bitcoin-Engagement hat der Aktie einen Boost gegeben

Der mittlerweile mehr als beeindruckende Bitcoin-Berg, auf dem das Unternehmen nun sitzt, hat bereits einiges für die Aktienbewertung getan. Seit dem Bekanntwerden des ersten Engagements in die Welt der Kryptowährungen ist der Aktienkurs extrem nach oben gesprungen, auf Jahressicht steht ein Plus von fast 400 Prozent zu Buche. Jüngst musste das Papier zwar deutlichen Gewinnmitnahmen Tribut zollen – auf Wochensicht beläuft sich das Minus auf fast 30 Prozent – nach der erneuten Kaufsmeldung kann die Aktie im heutigen Handel jedoch bereits wieder ein Plus von über 14 Prozent verbuchen.

Was macht MicroStrategy eigentlich noch, außer Bitcoin zu kaufen?

Beil all der Euphorie, die Bitcoin auch bei der MicroStrategy-Aktie als großem Halter ausgelöst hat, muss man sich dennoch auch fragen, wie MicroStrategy eigentlich als Unternehmen sein Geld verdient und ob die Aktie abseits des Bitcoin-Kapitals ein sinnvolles Investment ist.

MicroStrategy ist laut eigener Beschreibung das größte unabhängige börsennotierte Business Intelligence-Unternehmen mit der führenden Plattform für Unternehmensanalysen, die von vielen der weltweit größten Unternehmen genutzt wird. Die Plattform ist für Cloud- und lokale Bereitstellungen optimiert und bietet „HyperIntelligence“, die verwertbare Unternehmensdaten mit gängigen Geschäftsanwendungen überlagert, um Benutzern zu helfen, intelligentere und schnellere Entscheidungen zu treffen.

Allerdings scheinen diese Geschäfte auch schonmal besser gelaufen zu sein, denn im Jahr 2020 hat das Unternehmen unter dem Strich Verluste eingefahren, 7,5 Millionen Dollar um genau zu sein. 2020 ist durch die Corona-Pandemie als außergewöhnliches Jahr einzustufen, doch blickt man auf die letzten fünf Jahre, sieht man, dass die Gewinne jedes Jahr schmaler ausfallen. Der Gewinnrückgang beläuft sich in dieser Zeitperiode durchschnittlich auf 45 Prozent.

Man kann Michael Saylor abkaufen, dass er wirklich mit voller Überzeugung bei Bitcoin dabei ist und es für ein gelungenes Investment und einen effizienten Wertspeicher mit Steigerungspotenzial hält. Doch bringt man das in Zusammenhang mit den Geschäftsentwicklungen, könnte der aggressive Vorstoß in Bitcoin auch die Flucht nach vorne sein, weil das eigentliche Geschäftsmodell nicht mehr so gut läuft. Das ist weder verboten, noch muss es etwas Schlechtes sein, wie man gut an der Entwicklung der Aktie sehen kann. Zudem zeigt MicroStrategy mit dem zuletzt veranstalteten Info-Event auch erste geschäftliche Vorstöße in den Krypto-Bereich. Daher kann man spekulieren, dass die Firma sich auch auf Seite des Angebots ihrer Dienstleistungen in Zukunft auf Bitcoin und Co. konzentrieren wird – und damit wieder steigende Gewinne verzeichnen könnte, denn dieser Markt hat enormes Wachstumspotenzial. Dennoch ist es wichtig, das Unternehmen auch abseits des Bitcoin-Trubels zu betrachten.

Trotzdem bleibt ein potenziell sehr positives Szenario: Sollte sich die derzeitige Dynamik und wachsende Adaption von Bitcoin fortsetzen – was nicht unwahrscheinlich ist – und MicroStrategy sich vermehrt auch geschäftlich in das Krypto-Universum einbringen, dürfte die finanzielle Zukunft des Unternehmens nicht allzu schlecht aussehen.

onvista-Redaktion

Titelfoto: rafapress / Shutterstock.com

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