Negativzinsen akzeptieren ist okay. Manchmal.

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Negativzinsen sind neben der Inflation eine Bedrohung für das Vermögen. Es existieren zwar gewisse Schonvermögen und die Verwahrentgelte belaufen sich regelmäßig auf 0,5 %, was die Auswirkungen begrenzt. Trotzdem bleibt die Baustelle grundsätzlich bestehen.

Abhilfe zu leisten ist in der Regel überaus wichtig. Aber es ist in einigen wenigen Fällen vertretbar, Negativzinsen zu akzeptieren. Werfen wir heute einen Blick auf drei Szenarien, in denen man dieses Fazit ziehen kann. Vielleicht ist das etwas, worüber man zumindest nachdenken sollte.

Negativzinsen müssen dich nicht tangieren

Negativzinsen sind ärgerlich, wenn sie einen treffen. Allerdings gibt es gewisse Fälle, in denen das eben gar nicht passiert. Schonvermögen von 100.000 Euro pro Person sorgen noch für einen guten Sicherheitspuffer. Liquidität zumindest in Teilen zu halten ist entsprechend eine Option, wenn man ein Geldinstitut mit diesen Konditionen hat.

Natürlich bleibt das Thema der Inflation bestehen, für die es auch einen Ausgleich geben muss. Aber selbst wenn man kurzfristig, beispielsweise beim Gehaltseingang, über seine Schongrenze hinausgeht: Das wäre nicht der Weltuntergang.

Es gibt gewiss bessere Wege, sein Geld zu parken, als auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto. Auch ein Sparbuch ist mit Sicherheit nicht die beste Anlagemöglichkeit. Negativzinsen in einem derart begrenzten Rahmen oder wenn sie dich überhaupt nicht treffen sind trotzdem vertretbar.

Du hast gute Gründe, sie zu akzeptieren

Ein zweiter Grund, warum das Akzeptieren von Negativzinsen vertretbar ist, sind gute Gründe. Wenn du beispielsweise einen gewissen Ausgleich mit Aktien oder ETFs hast, aber trotzdem Cash in größerem Stil halten willst, so sind geringe Kosten damit ebenfalls kein Beinbruch.

Der Ruhestand ist für mich ein gutes Beispiel. Wenn du einen gewissen Anteil in Cash hältst, nur um für den Worst-Case vorbereitet zu sein, wären Verwahrentgelte ebenfalls nicht zu schlimm. Wie gesagt: Solange sie nicht zu hoch ausfallen und idealerweise eher einen geringen Anteil deines Vermögens betreffen.

Die Opportunitätskosten, den Cashanteil nicht zu halten, dürften jedoch größer sein, als ihn selbst mit Negativzinsen auf der Hand zu haben. Deshalb wäre auch diese Ausgangslage eine, die für mich vertretbar ist.

Negativzinsen & schlechte Ausweichmöglichkeiten

Negativzinsen können auch vertretbar sein, wenn man als Investor derzeit nur schlechte Ausweichmöglichkeiten sieht. Mal angenommen, man findet, dass die Marktverhältnisse zu hoch sind, und selektiv kaum attraktive Aktien. Bevor ich schlechte Investitionsentscheidungen treffe, die mich teuer zu stehen kommen, würde ich ebenfalls kurzfristig Verwahrentgelte hinnehmen, sofern ich nicht ausweichen kann.

Dann gilt im Zweifel: Lieber mal ein Jahr 0,5 % Negativzinsen bezahlen, als in schlechte Aktien zu einem zu teuren Preis zu investieren. Diese Geduld, übrigens auch etwas, das wir auf Opportunitätskosten zurückführen können, sollte die Kosten langfristig wieder ausgleichen.

Der Artikel Negativzinsen akzeptieren ist okay. Manchmal. ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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