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Öl weekly: Öl-Dollar-Korrelation auf höchstem Stand seit 2014. OPEC sieht beschleunigten Lagerabbau

HSH NORDBANK
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An den Ölmärkten haben sich die Preise in den vergangenen Tagen in einer sehr engen Handelsspanne bei etwa 65 US-Dollar/Barrel eingependelt. Dabei wiesen die Ölpreise, und auch Rohstoffe im Allgemeinen, eine sehr hohe US-Dollar-Sensitivität auf. Wertet der US-Dollar auf, geben die Ölpreise nach und umgekehrt. Die Öl-US-Dollar-Korrelation erreichte zuletzt wieder den höchsten Stand seit der 2014-16er Periode.

Von fundamentaler Seite ist zu berichten, dass der Trend beim Abbau der globalen Öllagerbestände weiter anhält. Auch wenn zuletzt in den USA ein leichter saisonaler Aufbau bei den Beständen zu verzeichnen war, zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der Ausbalancierungsprozess am Ölmarkt nahezu vollständig abgeschlossen ist. Alle uns zur Verfügung stehenden Lagerbestandsdaten deuten darauf hin, dass der Öllagerüberhang abgebaut wurde. Auch die Messung der Lagerbestände der OPEC – welche zuletzt, im Vergleich zur IEA, auffallend konservativ war – vermeldete in ihrem jüngsten monatlichen Lagebericht zu den Ölmärkten, dass im vierten Quartal der Lagerüberhang auf 74 Mio. Barrel (vs. 150 Mio. Barrel in Q3-2017) geschrumpft ist. Laut IEA beträgt der Überschuss gar nur noch 60 Mio. Barrel per Ende Dezember, wohingegen erste Schätzungen für Januar einen Rückgang auf nunmehr 5 Mio. Barrel hindeuten.

Dies spricht eigentlich dafür, dass die OPEC spätestens auf der nächsten formellen Sitzung im Juni den Ausstieg aus den Kürzungsmaßnahmen beschließen könnte. Bestärkt wurde diese Sichtweise dadurch, dass sich Saudi-Arabiens Energieminister Khalid al-Falih vor Wochenfrist dahingehend äußerte, dass man darüber nachdenke, die Bewertung der Lagerbestände in Tagen der Nachfrage zu bewerten  (statt wie bis jetzt in Barrel). Diese von uns präferierte Metrik würde nahelegen, recht zügig aus dem Abkommen auszusteigen. Denn ein Festhalten an den Förderkürzungen würde zu einem ungewollt deutlichen Abbau der Lagerbestände führen, was nicht nur die Ölpreise weiter antreiben sollte, sondern auch die Ölpreis- und Gewinnvolatilität in die Höhe treiben dürfte. Dies kann nicht im Interesse der OPEC-Staaten und Russlands sein. Denn eine höhere Ölpreis- und Gewinnvolatilität führt zu einer niedrigeren Bewertung der Vermögenswerte eines Öl-Unternehmens.

Vor diesem Hintergrund kam es überraschend, dass sich Energieminister al-Falih in London im Rahmen der alljährlichen International Petroleum-Week (19. – 21.2), nun doch für eine Fortsetzung der Förderkürzungen bis Jahresende aussprach. Dies begründete der Minister des größten OPEC-Landes damit, dass es kein Problem darstellen würde, den Lagerabbau etwas zu überdrehen, um sich somit vor der Angebotsflut aus dem US-Schieferölsektor zu wappnen. Diese Ansicht teilen wir nicht. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt zeigen sich die US-Schieferölunternehmen noch recht diszipliniert. Zwar ist der Rig-Count zuletzt kräftig angestiegen, allerdings stellt der bisherige Anstieg (ca. 70 in den vergangenen drei Monanten) bei einer durchschnittlichen Rig-Produktivität von 3000 – 4000 Barrel/Tag noch keine allzu große Gefahr für die OPEC dar. Sollte die Förderdisziplin im Schieferölsektor recht bald brechen, wird man sich in Wien noch verwundert die Augen reiben.

Eines jedoch ist klar: Übertreibt die OPEC den Lagerabbau, führt dies zu einem weiteren Preisauftrieb an den Ölmärkten und tendenziell zu einer stärkeren Reaktion im Schieferölsektor. Erreicht hätte das Ölkartell zwar höhere Preise in den kommenden zwölf Monaten. Darüber hinaus dürften die Preise dann umso niedriger sein, zumal sich irgendwann die weltwirtschaftliche Dynamik – der aus unserer Sicht primäre Grund für die gegenwärtig sehr soliden Fundamentaldaten am Ölmarkt – wieder abschwächen dürfte.


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