Ripple: Schwergewicht im Kryptosektor im freien Fall – SEC will dem Unternehmen an den Kragen – So ist die Lage einzuschätzen

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Ripple: Schwergewicht im Kryptosektor im freien Fall – SEC will dem Unternehmen an den Kragen – So ist die Lage einzuschätzen

Ripple (Kürzel XRP) ist die nach Marktkapitalisierung viert größte Kryptowährung auf dem Markt und vereint derzeit noch etwa 12 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung auf sich. Aufgrund einer nun eingereichten Klage der US-Behörden ist der Kurs in den letzten Tagen um über 50 Prozent eingebrochen.

Gegründet wurde die hinter XRP liegende Firma Ripple Labs 2012 und ist somit eines der älteren Projekte im Krypto-Sektor. Das Kernkonzept hinter dem Projekt ist es, schnelle grenzüberschreitende Geldtransfers zu ermöglichen. Im Grunde ist das Projekt eine Herausforderung gegenüber dem bei Banken gängigen System SWIFT, das für internationale Zahlungen verwendet wird, jedoch teuer in der Ausführung ist und in der Regel mehrere Tage in Anspruch nimmt.

Mit dem Ripple-Netzwerk hingegen sollen solche Transfers in Sekunden und unter geringen Kosten möglich sein. Es ist wichtig zu erwähnen, dass das Protokoll selbst keine Kryptowährung sondern ein Blockchain-Netzwerk ist und bei einem Investment der zugrunde liegende Coin XRP erworben wird, der innerhalb des Ökosystems als Zahlungs- und Werteaufbewahrungsmittel genutzt werden soll. Für die Nutzung des Ripple-Protokolls ist XRP jedoch nicht unbedingt notwendig. Das Unternehmen verkauft Softwarelösungen an Banken, die auf dem Ripple-Protokoll basieren.

Das Unternehmen wird von Investoren wie dem japanischen Finanzdienstleistungsgiganten SBI Holdings, der spanischen Bank Santander und führenden Risikokapitalunternehmen wie Andreessen Horowitz, Lightspeed und Peter Thiels Gründerfonds unterstützt.

SEC will Ripple an den Kragen

Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat nun eine Klage gegen das Unternehmen eingereicht, mit dem Vorwurf, dass Ripple ein nicht registriertes Wertpapierangebot in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar durchgeführt hat. Im Speziellen verklagt die Aufsicht Ripple und zwei der Führungskräfte, CEO Brad Garlinghouse und Mitbegründer Chris Larsen. Der Hauptvorwurf lautet, dass XRP nicht als Währung, sondern als Unternehmensbeteiligung eingestuft werden sollte und das bisherige Verfahren des Unternehmens somit aufgrund fehlender Lizenzen rechtswidrig war.

„Wir behaupten, dass Ripple, Larsen und Garlinghouse ihr laufendes Angebot und den Verkauf von Milliarden von XRP an Privatanleger nicht registriert haben, was potenziellen Käufern angemessene Angaben zu XRP und Ripples Geschäft und anderen wichtigen langjährigen Schutzmaßnahmen, die für unser robustes öffentliches Marktsystem von grundlegender Bedeutung sind, vorenthalten hat“, sagte Stephanie Avakian, Direktorin der Durchsetzungsabteilung der SEC.

Ripple hat nach dem initialen ICO in den vergangenen Jahren kontinuierlich weitere Bestände an XRP auf dem Markt verkauft. Einige Marktbeobachter werfen dem Unternehmen vor, dass dies das einzige Geschäftsmodell ist, welches die Firma über Wasser hält. Ripple selbst wehrt sich gegen die Vorwürfe und streitet ab, dass XRP keine Währung sondern ein Wertpapier sei.

Was würde die Einstufung als Wertpapier nach sich ziehen?

Zum einen müsste das Unternehmen sicherlich eine hohe Strafe wegen Missachtung der Gesetze und Marktregeln zahlen. Zum anderen würde die Einstufung als Wertpapier strenge neue Regeln nach sich ziehen, die das Projekt stark einschränken würden. Die meisten Krypto-Handelsplätze sind regulatorisch nicht so aufgestellt, dass sie Wertpapiere zum Handel anbieten dürfen und das würde bedeuten, dass XRP viele wichtige Handelsplätze, auf denen es gelistet ist, verlieren würde. Auch könnte Ripple die noch im Besitz befindlichen 55 Milliarden der insgesamt 100 Milliarden XRP nicht mehr so einfach kontinuierlich verkaufen, wie es bisher der Fall war und das könnte langfristig das Überleben der Firma gefährden, sollte über die Geschäfte mit dem Ripple-Protokoll an Banken nicht genug Umsatz generiert werden.

Absturz um 50 Prozent

Im letzten Bullenmarkt hatte XRP mit einem kurzzeitigen Wert von 3 Dollar pro Coin den bisherigen Peak erreicht, das war jedoch nur von kurzer Dauer. In der anschließenden langen bärischen Periode ist der Kurs bis auf unter 20 Cent gefallen. Mit dem neuen Aufschwung des ganzen Krypto-Sektors seit Sommer diesen Jahres ist es jedoch auch wieder für XRP gut gelaufen und im November konnte das letzte Zwischenhoch bei 0,7 Dollar erreicht werden.

Die Anschuldigungen der SEC haben den Kurs jedoch in freien Fall gebracht. Vom Zwischenhoch ist XRP nun wieder weit entfernt und musste um über 50 Prozent nachgeben, Tendenz weiter fallend.

Selbst wenn das Unternehmen die Streitigkeiten mit der SEC beilegen kann – was nicht unmnöglich ist – dürfte der Kurs in den nächsten Monaten weiterhin enorm unter Druck stehen, während der restliche Markt sich potenziell weiter im Aufschung befindet, angesichts der vielen Indikatoren, die darauf hindeuten, dass der nächste Bullenmarkt für Bitcoin angebrochen ist. Dies mit der Kombination, dass XRP viele seiner Listings auf Krypto-Börsen verlieren dürfte, zeichnet keine guten Aussichten für den Coin in den nächsten paar Monaten.

Von Alexander Mayer

Titelfoto: Larina Marina / Shutterstock.com

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