Santander dreht an der Kostenschraube - Tausende Jobs wackeln

Reuters

Madrid (Reuters) - Die spanische Großbank Santander verschärft angesichts der niedrigen Zinsen und der Corona-Krise ihren Sparkurs und will weitere Jobs streichen.

Die Bank plane bis 2022 zusätzliche Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro, kündigte sie am Dienstag an. Tausende Jobs stehen offenbar auf der Kippe. Santander werde mit den Gewerkschaften über einen Stellenabbau reden, sagte Finanzchef Jose Antonio García Cantera am Dienstag der Nachrichtenagentur Bloomberg, ohne eine Zahl zu nennen. Die spanische Zeitung "Expansion" berichtete, Santander wolle in Spanien rund 3000 Mitarbeiter entlassen. Damit würden elf Prozent der Arbeitsplätze gestrichen. Das Geldhaus lehnte eine Stellungnahme ab.

Nachdem Milliardenkosten für faule Kredite Santander im Frühjahr einen Rekordverlust von elf Milliarden Euro eingebrockt hatten, kehrte die Bank im dritten Quartal in die Gewinnzone zurück. Der bereinigte Gewinn fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro, doch hatten Analysten mit einer Milliarde weniger erwartet.

Obwohl Santanders wichtigste Märkte wie Spanien und Brasilien schwer von der Corona-Pandemie betroffen sind, zahlten Kunden mehr Kredite zurück. Die Bank erwartet nun geringere Belastungen durch Kreditausfälle als bisher. Zudem profitiert die Bank von Einsparungen, so dass sie für 2020 einen bereinigten Gewinn von rund fünf Milliarden Euro erwartet. Die Santander-Aktien legten um 2,6 Prozent zu.

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