Wertpapiersparer rennen Sparkassen-Fondshaus Deka die Türen ein

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Frankfurt (Reuters) - Die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka profitiert kräftig von der wachsenden Wertpapier-Begeisterung unter Privatkunden.

Der Absatz in diesem Geschäftsbereich stieg im ersten Halbjahr um 60 Prozent auf elf Milliarden Euro, wie die Deka am Donnerstag mitteilte. Gefragt waren demnach vor allem Aktienfonds. Als Alternative zum traditionellen Sparbuch steht bei den Kunden das regelmäßige Wertpapiersparen besonders hoch im Kurs: Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge stieg netto um mehr als 590.000 Stück - ein Plus von 68 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2020. Stand Ende Juni 2021 verwaltet die Deka damit rund 6,4 Millionen Sparpläne, allein in den vergangenen zwölf Monaten kamen unter dem Strich rund eine Million hinzu.

"Immer mehr Sparerinnen und Sparer in Deutschland entdecken im anhaltenden Niedrigzinsumfeld die Wertpapieranlage für sich", erklärte Deka-Chef Georg Stocker. "Die Deka ist kerngesund und die Zahlen belegen, dass unser Geschäftsmodell für die Herausforderungen der nächsten Jahre bestens gewappnet ist."

Das wirtschaftliche Ergebnis, die maßgebliche Gewinnkennzahl des Unternehmens, hat sich im ersten Halbjahr auf 343 Millionen Euro (Erstes Halbjahr 2020: 162,5 Millionen) mehr als verdoppelt. Auch das Ergebnis aus der vergleichbaren Zeit vor Corona (Erstes Halbjahr 2019: 223 Millionen) wurde deutlich übertroffen. Die Deka führte die positive Entwicklung vor allem auf ein starkes Provisionsergebnis zurück. Im Kredit- und Wertpapiergeschäft löste die Deka zudem Risikovorsorge auf, nachdem im Vergleichszeitraum wegen Corona der Posten noch erhöht worden war.

Während es bei den Privatkunden boomte, schrumpfte das Geschäft mit Profi-Investoren im ersten Halbjahr auf 2,5 Milliarden Euro und damit auf ein Drittel des Vorjahreszeitraums. Schon bei der Bilanzvorlage im April hatte die Deka angekündigt, dass ihr im zweiten Quartal ein Einzelmandat im hohen einstelligen Milliardenbereich abhandenkommen würde. Hintergrund ist, dass das Assetmanagement der Provinzial Rheinland nach dem Zusammenschluss mit der Provinzial Nordwest nun wie der Fusionspartner bei der Helaba angedockt hat. Durch diesen Einmaleffekt im institutionellen Geschäft blieb der Absatz insgesamt mit 13,6 Milliarden Euro unter dem Wert aus dem ersten Halbjahr 2020 (14,5 Milliarden).

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