Mindestens 14 Tote nach Angriff auf Baumarkt in Charkiw

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Charkiw (Reuters) - Nach dem russischen Luftangriff auf einen Baumarkt in der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw am Samstag ist die Zahl der Toten auf mindestens 14 gestiegen.

Weitere 44 Menschen seien verletzt worden, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Am Sonntagabend wurden noch sieben Menschen vermisst. Bürgermeister Ihor Terechow bezeichnete die Angriffe vom Samstag als "Terrorismus". Präsident Wolodymyr Selenskyj bat Partnerländer erneut um weitere Ausrüstung, um die Bevölkerung zu schützen: "Die Ukraine braucht ausreichende Flugabwehr." Russland bestreitet zwar, zivile Ziele ins Visier zu nehmen, beschießt aber in dem vor mehr als zwei Jahren begonnenen Krieg regelmäßig Wohnhäuser und andere zivile Einrichtungen.

In dem Baumarkt wurden am Samstag zahlreiche Kunden und Mitarbeiter von einem Angriff durch zwei russische Gleitbomben überrascht, wie Bürgermeister Terechow und Regionalgouverneur Oleh Synjehubow mitteilten. Mindestens 120 Menschen hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Laden befunden, erklärte Terechow. Es habe 16 Stunden gedauert, um das durch den Einschlag ausgelöste Feuer zu löschen, schrieb der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko auf Telegram.

Bei einem Raketeneinschlag in ein Wohngebäude im Stadtzentrum wurden am Samstag den Behörden zufolge weitere 25 Menschen verletzt. In dem Gebäude hätten sich auch ein Postamt, ein Schönheitssalon und ein Cafe befunden. Präsident Selenskyj zufolge galt der Luftalarm in Charkiw über mehr als zwölf Stunden. 200 Rettungskräfte und 400 Polizisten seien im Einsatz gewesen.

Ein Mitarbeiter des Baumarkts berichtete, beide Einschläge seien kurz nacheinander erfolgt. "Ich hörte den ersten Treffer, und mein Kollege und ich fielen zu Boden", sagte der 26-jährige Dmytro Syrotenko, der im Gesicht verletzt wurde. "Es gab einen zweiten Einschlag und wir wurden mit Trümmern bedeckt." Ein Mitarbeiter der Rettungskräfte habe ihn sowie mehrere Kollegen und Kunden in Sicherheit gebracht. Nach Angaben der Einsatzkräfte bestand die Befürchtung, dass das russische Militär das Anwesen während des Rettungseinsatzes erneut angreift. Dies war bereits in der Vergangenheit vorgekommen. Russland hat wiederholt erklärt, keine Zivilisten anzugreifen.

(Bericht von Olena Harmash. Geschrieben von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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