Flugzeuge adé - NordLB verkauft großes Portfolio an Deutsche Bank

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Berlin (Reuters) - Nach der Fast-Pleite wegen Schiffskrediten zieht sich die NordLB nach über 40 Jahren auch aus dem Geschäft mit Flugzeugfinanzierungen zurück.

Die Landesbank aus Hannover verkauft ein Kreditportfolio von 1,67 Milliarden Euro an die Deutsche Bank, wie beide Seiten am Montag mitteilten, ohne sich zum Preis zu äußern. Der Deal soll in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen. Der restliche Teil des Kreditbestands mit Flugzeugfinanzierungen von rund 1,1 Milliarden Euro bleibt bei der NordLB und läuft allmählich aus. Neugeschäft soll es nicht mehr geben. Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) will sich künftig mehr auf Erneuerbare Energien konzentrieren.

"Mit dieser Entscheidung gehen wir nun den nächsten Schritt und richten uns noch stärker auf die Umsetzung der Energiewende in unseren ausgewählten Wachstumsbereichen Erneuerbare Energien, Commercial Real Estate und Firmenkunden aus", erklärte NordLB-Chef Jörg Frischholz. Diese Bereiche könne man durch das frei werdende Kapital nun ausbauen.

Der Gewinn im Geschäft mit Flugzeugfinanzierungen war im vorigen Jahr um 92 Prozent auf 15 Millionen Euro eingebrochen. Die etwa 50 Beschäftigten aus dem Bereich sollen auf gleichwertige Positionen innerhalb der NordLB wechseln können. Das aktuelle Flugzeugportfolio beläuft sich per Ende März der Bank zufolge auf etwa 2,75 Milliarden Euro und umfasst rund 300 finanzierte Flugzeuge und Triebwerke. Der Großteil der Finanzierungen werde voraussichtlich ab Ende Juni schrittweise an die Deutsche Bank übertragen. "Die Kredite, hinter denen eine breite Anzahl an Leasinggebern und Fluggesellschaften als Kunden stehen, sind durch Passagierflugzeuge besichert", erklärte das Frankfurter Geldhaus. "Mit dieser Transaktion spielen wir unsere Stärken sowie Erfahrung in der Luftfahrtbranche aus und erwerben zugleich ein Portfolio an hochwertigen Krediten mit einem attraktiven Renditeprofil", sagte Ross Duncan, Co-Leiter des Teams für Global Transportation Finance bei der Deutschen Bank. Der Käufer setzte sich laut NordLB in einem Bieterverfahren gegen viele nationale und internationale Interessenten durch.

Die NordLB hatte sich mit faulen Schiffskrediten verhoben und 2016 und 2018 insgesamt rund vier Milliarden Euro Verlust vor Steuern gemacht. Ende 2019 musste das Institut von seinen Eignern mit einer Kapitalspritze von 3,6 Milliarden Euro gerettet werden.

(Bericht von Klaus Lauer und Tom Sims; redigiert von Ralf Banser - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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