Trump-Lobby gibt für Wahlwerbung weit mehr aus als Biden-Unterstützer

Reuters · Uhr
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Washington (Reuters) - Unterstützergruppen von Ex-US-Präsident Donald Trump haben laut einer Recherche der Nachrichtenagentur Reuters bislang deutlich mehr Geld für Wahlwerbung ausgegeben, als Vereinigungen, die sich für Amtsinhaber Joe Biden einsetzen.

Die Pro-Trump-Gruppen steckten mehr als 25 Millionen Dollar etwa in Fernseh- und Onlinespots, seit Trump sich am 6. März faktisch die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner sicherte. Im Gegensatz dazu machte die Biden-Lobby im selben Zeitraum lediglich mehr als 15 Millionen Dollar locker, wie aus Unterlagen der Bundeswahlkommission hervorgeht.

Die Lobby-Gruppen agieren neben den eigentlichen Wahlkampfkampagnen der Kandidaten. Die größten von ihnen werden als Super-Pacs bezeichnet. "Pac" steht für "Political Action Committee". Diese Organisationen setzen sich für die Wahl des von ihnen bevorzugten Kandidaten ein. Dazu schalten sie unter anderem im großen Umfang Wahlwerbung. Dabei dürfen sie sich aber nicht mit dem Kandidaten koordinieren. Dafür dürfen sie jedoch anders als die Wahlkampagnen der Kandidaten Summen in unbegrenzter Höhe eintreiben.

Die Trump-Unterstützergruppen wollen mit ihrer Ausgabenoffensive nach Angaben aus ihrem Umfeld Bidens Vorteil beim Spendensammeln in der frühen Wahlkampf-Phase kontern. Die Kampagne des Demokraten hatte per Ende April nach eigenen Angaben 84 Millionen Dollar in der Wahlkampfkasse, aus dem Trump-Lager wurden damals 49 Millionen Dollar gemeldet. Beide Kampagnen sollen an diesem Donnerstag aktualisierte Finanzzahlen vorlegen.

Mit neuen Zahlen ist auch vom größten Pro-Trump-Super-Pac MAGA Inc. zu rechnen. Dieser wird am Donnerstag nach Angaben eines Insiders melden, dass allein seine Kasse per Ende Mai mit 93,7 Millionen Dollar gefüllt war - im Vergleich zu 33 Millionen Dollar Ende April. Zur Unterstützung der Trump-Kampagne steckte MAGA Inc. bislang etwa 18 Millionen überwiegend in Fernseh- und Onlinewerbung, die sich gegen Bidens Einwanderungspolitik richtet und in der behauptet wird, er sei zu alt für eine zweite Amtszeit. Im Gegensatz dazu hat Future Forward, der größte Super-Pac, der Biden unterstützt, seit dem 6. März Ausgaben von weniger als einer Million Dollar gemeldet, obwohl er per Ende April 57 Millionen Dollar in der Kasse hatte. Der Super-Pac American Bridge 21st Century, der Bidens Demokraten nahesteht, hat bisher mehr als elf Millionen Dollar fließen lassen.

Die Wahl ist am 5. November. In Umfragen liegen Biden und Trump eng beieinander. Trump hat allerdings in einigen Bundesstaaten, die den Ausschlag geben könnten, leicht die Nase vorn.

(Bericht von Jason Lange, Alexandra Ulmer, Stephanie Kelly, geschrieben von Christian Rüttger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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