Trump-Kampagne meldet höhere Spendeneinnahmen als Bidens Wahlkampfteam

Washington (Reuters) - Das Wahlkampfteam von Ex-US-Präsident Donald Trump hat während des New Yorker Schweigegeldprozesses nach eigenen Angaben einen rasanten Anstieg an Spenden verzeichnet.
Bis Ende Mai schwoll die Wahlkampfkasse des Republikaners im Vergleich zum Vormonat um mehr als das Doppelte auf etwa 116 Millionen Dollar an, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten der Bundeswahlkommission hervorgeht. Die Kampagne von Präsident Joe Biden meldete 91 Millionen Dollar, was leicht über dem Niveau von Ende April lag.
Damals schnitt Biden beim Einsammeln von Spenden noch deutlich besser ab als sein Herausforderer. Doch während des Strafverfahrens, das am 30. Mai mit einem Schuldspruch Trumps endete, floss offensichtlich immer mehr Geld in die Kasse des Trump-Teams. Darüber hinaus meldete auch die Republikanische Partei, die zur Unterstützung Trumps ebenfalls Spenden sammelt, einen Anstieg der Summe in ihrer Kasse von 38 Millionen Dollar auf 54 Millionen Dollar. Bidens Demokratische Partei stand Ende Mai bei 65 Millionen Dollar, nur leicht mehr als im April.
BANKEN-ERBE SPENDET 50 MILLIONEN DOLLAR FÜR TRUMP
Neben den eigentlichen Wahlkampagnen-Teams sammeln zudem auch noch sogenannte politische Aktionskomitees, kurz PAC, Spenden zur Unterstützung der von ihnen bevorzugten Kandidaten. Die größten dieser Lobbygruppen werden Super-PACs genannt. Sie schalten unter anderem im großen Umfang Wahlwerbung. Es ist ihnen zwar nicht erlaubt, sich mit dem Kandidaten zu koordinieren. Dafür dürfen sie jedoch anders als die Wahlkampagnen der Kandidaten Summen in unbegrenzter Höhe eintreiben.
Der größte Super-PAC, der sich für eine Wahl Trumps einsetzt, heißt MAGA Inc. Er meldete der Bundeswahlkommission Spendeneinnahmen von mehr als 68 Millionen Dollar im Mai. Allein 50 Millionen Dollar kamen dabei von dem zurückgezogen lebenden Milliardär Timothy Mellon, ein Erbe aus der Mellon-Bankendynastie. Weitere zehn Millionen Dollar spendeten das Milliardärspaar Liz und Dick Uihlein, Gründer des Verpackungsunternehmens Uline. Der größte Pro-Biden-Super-PAC Future Forward wiederum erhielt allein 19 Millionen Dollar von dem Milliardär Michael Bloomberg.
Die Wahl ist am 5. November. In Umfragen liegen Biden und Trump eng beieinander. Trump hat allerdings in einigen Bundesstaaten, die den Ausschlag geben könnten, leicht die Nase vorn.
(Bericht von Jason Lange, geschrieben von Christian Rüttger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)