Erzeugerpreise für Agrarprodukte steigen - Kartoffeln 53 Prozent teurer

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Berlin (Reuters) - Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte in Deutschland sind den zweiten Monat in Folge gestiegen.

Sie kletterten im Mai um 3,5 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die Preise waren im April um 0,1 Prozent gestiegen und damit erstmals seit Juli 2023. Im März waren sie noch durchschnittlich um 2,2 Prozent gefallen, im Februar um 5,8 Prozent und im Dezember 2023 sogar um rund zehn Prozent gesunken. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs waren die Erzeugerpreise im Zuge anziehender Inflation für landwirtschaftliche Waren massiv gestiegen - im September 2022 um gut 39 Prozent.

Die Lage auf Herstellerebene komfimt meist verzögert bei den Verbrauchern an. Lange Zeit war die Inflation bei Nahrungsmitteln überdurchschnittlich. Seit Jahresbeginn hingegen dämpfen die Preise hier die gesamte Teuerung. So kosteten Lebensmittel im Juni nur noch 1,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, während die gesamte Inflationsrate in Deutschland bei 2,2 Prozent lag.

Die Preise für pflanzliche Produkte stiegen im Mai auf Erzeugerebene um 9,6 Prozent zum Vorjahresmonat, während die für tierische Erzeugnisse um 0,4 Prozent sanken. Getreide verbilligte sich um 7,2 Prozent, während Wein 0,9 Prozent teurer wurde. Die Erzeugerpreise für Obst zogen überdurchschnittlich um 21,1 Prozent an. Teurer wurden hier vor allem Tafeläpfel mit plus 36,8 Prozent und Erdbeeren mit einem Plus von 5,6 Prozent. Gemüse insgesamt kostete 5,2 Prozent mehr, dabei stiegen etwa die Preise für Blumenkohl (+57,1 Prozent), Kohlgemüse (+39,9 Prozent) und Gurken (+33,7 Prozent) deutlich. Speisekartoffeln verteuerten sich sogar um fast 53 Prozent. Milch kostete im Mai 3,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. "Das war der erste Preisanstieg im Vorjahresvergleich seit März 2023."

(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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