Bauernverband beklagt geringere Ernte und "sehr restriktive Düngepolitik"

Reuters · Uhr
Quelle: (c) Copyright Thomson Reuters 2024. Click For Restrictions - https://agency.reuters.com/en/copyright.html

Berlin - Die Getreide- und Rapsernte ist in Deutschland in diesem Jahr nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) deutlich schlechter ausgefallen als im Vorjahr.

"Wir konnten leider nur eine unterdurchschnittliche Ernte einfahren", sagte der Präsident des Lobbyverbandes, Joachim Rukwied, am Donnerstag in Berlin. Maßgeblich dafür seien wetterbedingt schlechtere Aussaatbedingungen, später Frost wie auch fehlende Sonne. "Wir Bauern sind doppelt enttäuscht, was die Ernte 2024 anbelangt", sagte Rukwied. Sie hätten unterdurchschnittlich geerntet, während ihre Preise noch stärker unter Druck geraten seien.

Niedriger Ertrag und niedriger Preis führten "am Ende zum Ergebnis, dass unter diesen Bedingungen ein wirtschaftlicher Anbau von Getreide und Raps fast nicht mehr möglich ist", sagte Rukwied. Gleichzeitig herrsche weiter ein hohes Kostenniveau bei Treibstoffen, Pflanzenschutzmitteln und Dienstleistungen.

"Eine Ursache unbestritten ist die Klimaveränderung, die auch Ackerbau, Getreideanbau, Rapsanbau zunehmend zur Herausforderung in unseren Breitengraden macht", räumte Rukwied ein. Zugleich kritisierte er "politische Restriktionen". Eine nach seinen Worten "sehr restriktive Düngepolitik" erlaube es in bestimmten Gebieten nicht, bedarfsgerecht zu düngen. Belastet würden die Erträge auch durch Restriktionen beim Pflanzenschutz.

"Ich kann leider kein Ende erkennen", sagte Rukwied. Das Bundeslandwirtschaftsministerium unter dem Grünen-Politiker Cem Özdmir habe ein sogenanntes Zukunftsprogramm Pflanzenschutz vorgestellt. "Aus Sicht eines praktizierenden Landwirts ist es ein Rückschrittsprogramm", sagte Rukwied. "So können wir die Ernährung auf Grundlage heimischer Erzeugung nicht mehr absichern. Hier ist ein Umdenken notwendig."

Özdemir stellt die amtliche Erntebilanz kommende Woche vor. Nach den DBV-Zahlen wurden in diesem Jahr in Deutschland 39,3 Millionen Tonnen Getreide geerntet, nach 42,2 Millionen Tonnen im vorigen Jahr. Beim Raps seien es knapp 3,7 Millionen Tonnen gewesen, nach rund 3,9 Millionen Tonnen im Vorjahr.

(Bericht von Holger Hansen, redigiert von Reinhard Becker. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

onvista Premium-Artikel

Deutliche Verluste im amerikanischen Leitindex
Noch hält der Aufwärtstrend im S&P 500 - diese Marke wird nun wichtigheute, 15:00 Uhr · onvista
Noch hält der Aufwärtstrend im S&P 500 - diese Marke wird nun wichtig
onvista Trading-Impuls
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!02. Apr. · onvista
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!
Gold, Aktien, exotische ETFs
So schützt du dich vor Inflation01. Apr. · onvista
So schützt du dich vor Inflation