Ukraine - Russland setzt schwere Angriffe fort

Kiew (Reuters) - Russland hat nach ukrainischen Angaben seine schweren Luftangriffe fortgesetzt.
Russland habe in mehreren Wellen zahlreiche Regionen des Landes mit Raketen und Drohnen angegriffen, teilte das ukrainische Militär am Dienstag mit. Mindestens vier Menschen seien dabei ums Leben gekommen. Bei der Zerstörung eines Hotels in Krywyj Rih - der Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj - seien zwei Menschen getötet worden, meldeten örtliche Behörden. Zwei Zivilisten könnten sich noch unter den Trümmern befinden, teilte der Gouverneur der Oblast Dnipropetrowsk, Serhij Lisak, auf Telegram mit. Fünf Personen seien bei dem Angriff verletzt worden. In der Stadt Saporischschja seien bei einem Drohnenangriff ebenfalls zwei Menschen ums Leben gekommen, gab der Gouverneur der gleichnamigen Oblast, Iwan Fedorow, auf Telegram bekannt. Zudem habe es vier Verletzte gegeben.
Auch die Hauptstadt Kiew geriet wieder unter Beschuss. Die Luftabwehrsysteme seien in der Nacht mehrfach aktiviert worden, teilt die Militärverwaltung der Region auf Telegram mit. Reuters-Augenzeugen berichteten von mindestens drei Explosionswellen. Das genaue Ausmaß der Angriffe vom Dienstag war zunächst nicht bekannt. Berichte über die Kriegsverläufe lassen sich zum Teil nicht unabhängig überprüfen. Eine Reaktion von Russland gab es nicht.
Am Montag hatte Russland die bislang schwersten Angriffe auf das Nachbarland, in das es im Februar 2022 einmarschiert war, geflogen. Es setzte mehr als 200 Raketen und Drohnen ein. Dabei wurden mindestens sieben Personen getötet. Vor allem die Energieinfrastruktur der Ukraine war Ziel der Angriffe, in Kiew wurde die Strom- und Wasserversorgung teilweise unterbrochen. Russische Militärblogger sprachen von Vergeltung für den überraschenden Einmarsch ukrainischer Truppen in russisches Territorium Anfang August.
(Bericht von Valentyn Ogirenko, Gleb Garanich, geschrieben von Kerstin Dörr, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)