Philippinen hoffen auf internationales Vorgehen gegen China

dpa-AFX · Uhr

MANILA (dpa-AFX) - Nach neuen Zwischenfällen im Südchinesischen Meer hat die Regierung der Philippinen ein stärkeres internationales Vorgehen gegen China gefordert. Erst am Sonntag war es im Streit um Gebietsansprüche Pekings in der Region erneut zu einer Kollision zwischen einem Schiff der chinesischen Küstenwache und einem philippinischen Versorgungsschiff auf hoher See gekommen. Das chinesische Schiff soll auch Wasserwerfer eingesetzt haben. "China ist der größte Störenfried des internationalen Friedens in der Asean-Region", sagte der philippinische Verteidigungsminister Gilberto Teodoro mit Blick auf die Vereinigung Südostasiatischer Staaten.

"Das Gegenmittel ist ein stärkeres kollektives multilaterales Vorgehen gegen China", betonte der Minister. Eine Resolution des UN-Sicherheitsrates, die China anweise, mit den aggressiven Manövern aufzuhören, wäre eine starke Maßnahme, die die internationale Gemeinschaft ergreifen könnte, fügte Teodoro hinzu. Er räumte aber gleichzeitig ein, dass dies nicht leicht zu erreichen sei. Als ständiges Mitglied hat China ein Vetorecht im Weltsicherheitsrat.

Immer wieder gefährliche Manöver

Erst vor knapp zehn Tagen waren zwei Versorgungsschiffe der philippinischen Küstenwache mit zwei chinesischen Schiffen kollidiert. Die Vorfälle ereigneten sich südöstlich des Sabina Shoals, einer Untiefe, die zu den sowohl von China als auch von den Philippinen beanspruchten Spratly-Inseln gehört.

Vor zwei Wochen hatte die chinesische Luftwaffe nach Angaben der philippinischen Streitkräfte auch gefährliche Manöver über dem umstrittenen Scarborough-Riff abgehalten. Chinesische Flugzeuge sollen dabei mehrere Leuchtraketen nahe einer Transportmaschine der philippinischen Luftwaffe eingesetzt haben, die sich auf einer Routinepatrouille befand.

China reklamiert praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich. Dort beanspruchen aber auch die Philippinen, Vietnam, Malaysia, Taiwan und Brunei Gebiete. Durch das rohstoffreiche Gebiet geht eine wichtige globale Schifffahrtsroute. Die USA und Chinas Nachbarn werfen Peking eine zunehmende Militarisierung der Region vor./cfn/DP/ngu

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