Deutsche Iran-Exporte im ersten Halbjahr gestiegen - Kritik aus Israel

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Berlin (Reuters) - Trotz verschärfter Sanktionen sind die deutschen Exporte in den Iran im ersten Halbjahr deutlich gestiegen.

Die Ausfuhr von Waren erhöhte sich von Januar bis Juni um 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf mehr als 632 Millionen Euro, wie aus Reuters vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Zum Vergleich: Die gesamten deutschen Exporte sind in den ersten sechs Monaten gefallen, und zwar um 1,6 Prozent. Bis zuletzt wuchs das Geschäft mit der Islamischen Republik: Im Juni allein legte es um fast vier Prozent zu.

"Der Iran liefert Russland Drohnen und Raketen für den Krieg gegen die Ukraine, Technik und Know-how aus Deutschland können dabei eine entscheidende Rolle spielen", sagte der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, am Mittwoch zu Reuters. Die Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Russland sei in den vergangenen Monaten intensiviert worden. "Ich bin überzeugt, dass es den deutschen Sicherheitsinteressen entspricht, sehr genau hinzuschauen, welche Waren an den Iran geliefert werden", fügte Prosor hinzu. Um Missbrauch zu verhindern, müssten auch die Revolutionsgarden endlich als Terrororganisation gelistet werden. Die Revolutionsgarden sind die überaus einflussreiche Eliteeinheit des Irans.

Im Außenhandel mit dem Iran bestehen in der Europäischen Union (EU) starke Beschränkungen, die im Juli 2023 wegen der iranischen Unterstützung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verschärft wurden. Die EU-Staats- und Regierungschefs haben im vergangenen April nach dem erstmaligen direkten iranischen Angriff auf Israel eine weitere Verschärfung beschlossen.

2023 insgesamt wurden Waren im Wert von 1,2 Milliarden Euro von Deutschland in den Iran exportiert und Güter im Wert von 245,1 Millionen Euro von dort importiert. Damit gingen die Exporte um 24,2 Prozent und die Importe um 18,0 Prozent im Vergleich zu 2022 zurück. Exportiert werden in die Islamische Republik vor allem Maschinen, pharmazeutische Erzeugnisse und chemische Produkte.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Sabine Ehrhardt - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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