Kanzler rechnet mit neuer Netzentgelt-Regelung im Januar
Seelow (Reuters) - Bundeskanzler Olaf Scholz hat angedeutet, dass er im Januar mit einer Netzentgelt-Regelung rechnet, die Regionen mit hoher Produktion Erneuerbarer Energien vor allem im Norden entlastet.
Bei einem Bürgerdialog im brandenburgischen Seelow verwies er am Donnerstag auf ein laufendes Anhörungsverfahren der Bundesnetzagentur. Er rechne mit einer Entscheidung im Januar, sagte Scholz. "Dann wird sich da die Gerechtigkeit herstellen, die notwendig ist", fügte er hinzu. Zuvor war er von Bürgern darauf verwiesen worden, dass in der brandenburgischen Region zwar viel Windenergie produziert werde, die Menschen aber dennoch fünf Cent höhere Netzentgelte als in anderen deutschen Regionen zahlen müssten. Der Grund: Die Anschlusskosten für die Windräder werden nur auf die lokalen und regionalen Netze verteilt - nicht aber etwa auf die Kunden in Süddeutschland.
Die Bundesnetzagentur hatte im Dezember 2023 ihre Pläne zur Entlastung der Bewohner und Firmen in Regionen mit hoher Windenergie-Produktion vorgelegt. Demnach würden vor allem Netzbetreiber in Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt entlastet werden. Finanziert werden soll dies durch eine Umlage auf alle Stromkunden, die dann ein Netzentgelt von 0,64 statt 0,4 Cent pro Kilowattstunde an Netzentgelt zahlen müssten.
(Bericht von Andreas Rinke; redigiert von Elke Ahlswede; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)