Ökonomen zum erneuten Einbruch des ZEW-Barometers im September

Berlin (Reuters) - Börsenprofis sehen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft immer düsterer.
Das Barometer für die Erwartungen in den kommenden sechs Monaten sackte im September um 15,6 Punkte auf 3,6 Zähler ab, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter Analysten und Anlegern mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 17,0 Punkte gerechnet. Sie sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:
THOMAS GITZEL, CHEFÖKONOM VP BANK:
"Mit den bevorstehenden Wintermonaten scheint sich auch die deutsche Volkswirtschaft in den Winterschlaf zu begeben. Bedauernswert ist, dass im Gegensatz zum Wetter für die heimische Wirtschaft der Hochsommer ausfiel. Für einen nachhaltigen Aufschwung müssten sich die Auftragsbücher der deutschen Unternehmen wieder füllen. Doch genau daran hapert es im Moment. Die globale Investitionsnachfrage leidet derzeit, was besonders die exportorientierte deutsche Volkswirtschaft zu spüren bekommt. Dahinter stecken auch unter anderem Deglobalisierungstendenzen, die in China aber auch in den USA unübersehbar sind.
An dieser schwierigen Konstellation wird sich in den kommenden Monaten und vermutlich auch Quartalen kaum etwas Nennenswertes ändern. Dies signalisieren heute auch die ZEW-Konjunkturerwartungen. Die deutsche Wirtschaft wird über die nächsten Quartale hinweg im Dreieck zwischen Stagnation, leichtem Wachstum und leichtem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts befinden."
(Bericht von Reinhard Becker Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)