Deutsche Robotik-Industrie 2023 mit Rekord - Ausblick etwas verhalten

Reuters · Uhr
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Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft hat im vergangenen Jahr 28.355 neue Industrie-Roboter installiert und damit einen Rekord aufgestellt.

Der Absatz stieg binnen Jahresfrist um sieben Prozent, wie der weltweite Branchenverband IFR am Dienstag mitteilte. Der Bestand erreichte den europäischen Spitzenwert von 269.427 Einheiten. "Deutschland ist der größte Markt für Industrie-Roboter in Europa", sagte Präsidentin Marina Bill von der International Federation of Robotics (IFR). Etwa jede dritte Einheit wurde 2023 von der deutschen Wirtschaft installiert.

In der Entwicklung hängt Deutschland allerdings anderen Ländern und Wirtschaftsräumen hinterher. Der Absatz in Europa kletterte mit neun Prozent auf 92.393 Industrie-Roboter, in Großbritannien wegen Steuernachlässen sogar um kräftige 51 Prozent. Indien ist eines der wirtschaftlich am schnellsten wachsenden Schwellenänder - hier gab es einen Anstieg um 59 Prozent auf 8510 Einheiten, angetrieben durch die Nachfrage der Autobranche.

Der mit Abstand größte Markt der Branche ist China, wo im vergangenen Jahr 276.288 Industrieroboter in Betrieb genommen wurden. Dies sind 51 Prozent der globalen Installationen. Weltweit kletterte der Bestand um zehn Prozent auf 4,28 Millionen Roboter. "Die neuen World-Robotics-Statistiken zeigen einen historischen Höchststand bei der Zahl von Industrierobotern, die die Produktion weltweit automatisieren", sagte Bill. Für das laufende Jahr peilt der Verband eine etwa gleichbleibende Zahl von installierten Einheiten an und spricht von einem "herausfordernden Klima für Investitionen". Das Wachstum werde sich wohl 2025 beschleunigen und sich 2026 und 2027 fortsetzen. "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der langfristige Wachstumstrend in naher Zukunft enden wird."

Der Branchenverband VDMA Robotik und Automation erwartet für die deutsche Robotik-Industrie ein schwieriges Jahr, er hatte im Juni seine Umsatzprognose für 2024 wegen schwächerer Inlandsnachfrage auf plus zwei Prozent gesenkt.

In der deutschen Autoindustrie stieg der Absatz von Industrie-Robotern 2023 um 29 Prozent auf 9190. Die metallverarbeitende Industrie installierte eine Rekordzahl von 4916 Einheiten (plus 16 Prozent). Es folgten die chemische und die Kunststoffindustrie mit 1832 Stück sowie die Elektro- und Elektronikindustrie mit 1746 Einheiten.

"Die Automation der Schweizer Wirtschaft geht zügig voran", sagte IFR-Generalsekretärin Susanne Bieller der Nachrichtenagentur Reuters. Bei der Installation von Industrie-Robotern habe es in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt ein Wachstum von neun Prozent gegeben. Aufgeschlüsselt nach Branchen zeige sich im Vergleich zu Nachbarn wie Deutschland, Österreich oder Frankreich eine Besonderheit. "Die Automobil-Industrie ist bei der Automation in der Alpenrepublik nur die fünftgrößte Kundenbranche." Mit großem Abstand an erster Stelle stehe die sogenannte Allgemeine Industrie mit zweistelligen Wachstumsraten. "Die Automation in Österreich wird von der metallverarbeitenden Industrie und den Produktionsstandorten für hochwertige Automobilteile und die Auftragsfertigung von Autos angetrieben", erklärte Bieller. Insgesamt installierte die österreichische Wirtschaft 2372 Einheiten im Jahr 2023. "Das ist ein Minus von elf Prozent, aber das zweitbeste jemals erzielte Ergebnis."

(Bericht von Klaus Lauer, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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