Kunststoffkonzern Covestro kappt erneut Ergebnisprognose

Reuters · Uhr
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Frankfurt (Reuters) - Der vor der Übernahme durch den arabischen Ölriesen Adnoc stehende Kunststoffkonzern Covestro hat wegen des herausfordernden Wirtschaftsumfelds seine Jahresziele erneut gekappt.

"Die globale Nachfrage ist insgesamt intakt, aber verharrt auf niedrigem Niveau. Wir sehen in verschiedenen Branchen und Regionen weiterhin Herausforderungen", erklärte Finanzchef Christian Baier am Dienstag anlässlich der Quartalsbilanz. Für 2024 rechnet Covestro nun mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von 1,0 bis 1,25 Milliarden Euro statt von 1,0 bis 1,4 Milliarden. Analysten hatten dem Dax-Konzern zuletzt ohnehin nur noch 1,14 Milliarden zugetraut.

Im dritten Quartal legte der operative Gewinn auch dank Einsparungen um 3,6 Prozent auf 287 Millionen Euro zu und blieb damit leicht unter den Analystenerwartungen von im Schnitt 292 Millionen Euro. Covestro selbst hatte im Sommer ein Ergebnis von 250 bis 350 Millionen Euro in Aussicht gestellt und schon damals seine Jahresprognose gestutzt. Der Umsatz lag trotz gestiegener Absatzmengen stabil bei 3,6 (Vorjahreszeitraum: 3,57) Milliarden Euro; für Gegenwind sorgten niedrigere Verkaufspreise. Unter dem Strich verdiente Covestro 33 Millionen Euro nach einem Verlust von 31 Millionen vor Jahresfrist.

Baier sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die erhoffte Nachfrageverbesserung werde im zweiten Halbjahr nicht eintreten. Auch bekomme das Unternehmen, vor allem in Europa, das schwierige Umfeld in der Autoindustrie - die einen Anteil von 17 Prozent am Konzernumsatz hat - zu spüren. Insgesamt sei das Angebot derzeit höher als die Nachfrage. "In unseren Geschäften, in denen es eben auch um Anlagenauslastung geht, führt das zu einer herausfordernden Margensituation."

Adnoc will den Dax-Konzern einschließlich Schulden für bis zu 16 Milliarden Euro übernehmen. Der Staatskonzern aus Abu Dhabi hatte lange um die ehemalige Bayer-Tochter geworben und war Anfang dieses Monats schließlich am Ziel. Die Covestro-Aktionäre haben nun bis zum 27. November Zeit, das Übernahmeangebot von über 62 Euro je Aktie anzunehmen. Baier erwartet, dass der Vorstand in den kommenden zwei Wochen seine Stellungnahme zu der Offerte veröffentlichen wird. Covestro hatte aber bereits erklärt, dass Vorstand und Aufsichtsrat davon ausgehen, den Anteilseignern die Annahme des Angebots zu empfehlen.

(Bericht von Patricia Weiß, Mitarbeit von Bartosz Dabrowski, redigiert von Myria Mildenberger . Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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