Über 60 Tote bei Flutkatastrophe in Ostspanien

Reuters · Uhr
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La Alcudia (Reuters) - Bei der schwersten Flutkatastrophe in Spanien seit fast 30 Jahren sind in der östlichen Region Valencia nach Behördenangaben mindestens 62 Menschen ums Leben gekommen.

Einige Menschen seien noch immer an unzugänglichen Orten eingeschlossen, sagte der Chef der Regionalregierung, Carlos Mazon, am Mittwoch. Die Notdienste waren weiterhin im Einsatz, um die am schlimmsten betroffenen Gebiete zu erreichen. Durch die heftigen Unwetter mit Starkregen am Dienstag wurden zahlreiche Straßen überschwemmt, Städte standen unter Wasser. Ministerpräsident Pedro Sanchez sicherte den betroffenen Menschen Hilfe zu. Es würden alle nötigen Maßnahmen ergriffen. Zugleich rief er die Menschen zur Vorsicht auf: Die Flut sei noch nicht vorbei. Es ist die schwerste Flutkatastrophe in Spanien seit 1996, als bei Überschwemmungen nahe der Ortschaft Biescas in den Pyrenäen 87 Menschen starben und 180 verletzt wurden.

Zahlreiche Videos, die in der Nacht auf Online-Plattformen geteilt wurden, zeigten Menschen, die von den Fluten eingeschlossen wurden. Einige kletterten auf Bäume, um nicht von den Wassermassen mitgerissen zu werden. Rettungskräfte suchten auch im Dunkeln mit Schlauchbooten die Fluten ab und retteten mehrere Personen, wie Fernsehbilder aus der Stadt Utiel zeigten. In der Stadt Alzira befreite die Feuerwehr Menschen aus Autos, die auf überfluteten Straßen stecken geblieben waren, wie auf Online-Videos zu sehen war.

VIELE GEBIETE NUR SCHWER ZU ERREICHEN

Einige Katastrophengebiete waren von den Helfern nur schwer zu erreichen. "Wenn die Rettungsdienste nicht angekommen sind, liegt das nicht an einem Mangel an Mitteln oder Bereitschaft, sondern an Zugangsproblemen", sagte Mazon auf einer Pressekonferenz. Er fügte hinzu, dass es "absolut unmöglich" sei, bestimmte Gegenden zu erreichen. Die Notdienste in der Region riefen die Bürger auf, alle unnötigen Fahrten auf der Straße zu vermeiden und weiteren Anweisungen der Behörden zu folgen. Zugverbindungen in die Städte Madrid und Barcelona wurden aufgrund der Überschwemmungen gestrichen, Schulen blieben geschlossen. Eine auf Rettungsaktionen spezialisierte Militäreinheit wurde in einigen Orten eingesetzt, um die lokalen Notfallhelfer zu unterstützen.

Die Wetterbehörde AEMET hatte am Dienstag für Valencia die höchste Unwetterwarnstufe Rot ausgerufen. Am Mittwoch ließ der Regen weitgehend nach und die Warnung wurde auf Gelb herabgestuft. Es sind die schwerste Überschwemmungen in Europa seit der Hochwasserkatastrophe in Deutschland im Jahr 2021, bei der mindestens 185 Menschen ums Leben kamen. Vor allem Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren damals betroffen, insbesondere das Ahrtal.

(Bericht von Eva Manez und David Latona, Mitarbeit Emma Pinedo, David Latona und Inti Landauro, geschrieben von Christian Götz, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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