Neue Fluchtwelle im Gazastreifen nach israelischen Angriffen

Reuters · Uhr
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Kairo (Reuters) - Im Gazastreifen haben israelische Angriffe eine neue Fluchtwelle ausgelöst. Panzer rückten am Donnerstag im Ort Beit Lahija im Norden des Küstenstreifens vor.

Drohnen warfen Handzettel mit Aufforderungen zum Verlassen der Gegend ab. Auch auf Internet-Plattformen sowie mit Audio- und Textnachrichten auf Handys wurden Einwohner gemahnt, sich in Sicherheit zu bringen. Dutzende Familien flohen daraufhin mit ihren Habseligkeiten ins benachbarte Gaza-Stadt.

Im gesamten Gebiet verstärkte die Armee ihre Luftangriffe. Vertreter der Palästinenser warfen Israel ethnische Säuberungen vor und erklärten, seit einem Monat seien keine Hilfsgüter nach Dschabalia, Beit Lahija und Beit Hanun im Norden des Streifens gelangt. Das israelische Militär entgegnete, man sei gezwungen gewesen, die Räumung von Dschabalia und Beit Lahija zu fordern, um gegen neu formierte Hamas-Kämpfer vorgehen zu können. Es gebe intensive Kämpfe im Bereich Dschabalia.

Die Armee wies Berichte zurück, nach denen die aus dem nördlichen Gazastreifen geflohenen Menschen nicht dorthin zurückkehren dürften. Außerdem lasse man weiterhin Hilfsgüter-Lieferungen in den nördlichen Gazastreifen passieren.

Palästinensische Mediziner teilten mit, in Dschabalia seien sechs Menschen durch die Gefechte getötet worden. In Beit Lahija seien vier Menschen gestorben. In Rafah im Süden des Gazastreifens seien sieben Menschen getötet worden. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen sind bislang über 43.300 Palästinenser bei israelischen Angriffen getötet worden. Der Krieg begann mit dem Überfall von Hamas-Kämpfern auf das israelische Grenzgebiet am 7. Oktober 2023. Dabei wurden nach israelischen Angaben etwa 1200 Menschen getötet und 251 Geiseln nach Gaza verschleppt.

(Bericht von Nidal al-Mughrabi, James Mackenzie und Ali Sawafta. Geschrieben von Hans Busemann. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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