Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah in Kraft

Reuters · Uhr
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Beirut/Jerusalem (Reuters) - Am frühen Mittwochmorgen ist die Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz in Kraft getreten. Sie begann um 04.00 Uhr libanesischer Zeit, soll für 60 Tage gelten und zu einem dauerhaften Waffenstillstand führen. In der libanesischen Hauptstadt Beirut waren Schüsse zu hören - es war nicht klar, ob es sich um Freudenschüsse handelte. Der Iran, der die Hisbollah unterstützt, begrüßte die von den USA und Frankreich vermittelte Vereinbarung. Kurz nachdem US-Präsident Joe Biden die Waffenruhe verkündet hatte, griff das israelische Militär in der Nacht zu Mittwoch drei Grenzübergänge im Norden des Libanons nach Syrien an. Nach syrischen Angaben wurden sechs Menschen getötet. Syrien gilt seit langem als Transitland für Waffen- und Munitionslieferungen für die Hisbollah.

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte auf der Social-Media-Plattform X, das Abkommen sei "der Höhepunkt monatelanger Bemühungen mit den israelischen und libanesischen Behörden in enger Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten".

Der amtierende libanesische Ministerpräsident Najib Mikati begrüßte das Abkommen. Sein Außenminister Abdallah Bou Habib sagte, die libanesische Armee werde nach dem Abzug der israelischen Truppen mindestens 5000 Soldaten im Südlibanon stationieren.

Die libanesische Armee teilte am Mittwochmorgen mit, sie bereite die Stationierung von Soldaten im Südlibanon vor. Sie rief die Bewohnerinnen und Bewohner der Grenzdörfer auf, mit der Rückkehr in ihre Heimat zu warten, bis das israelische Militär abgezogen ist. Im Libanon bildeten sich nach Bekanntgabe der Waffenruhe zahlreiche Autokolonnen mit Menschen, die in den vergangenen Monaten aus dem Süden des Libanons durch die israelischen Angriffe vertrieben wurden und nun zurückkehren wollen.

Das israelische Militär hat im Südlibanon massiv Stellungen der Hisbollah angegriffen - auch mit Bodentruppen. Israel werde seine Truppen nun innerhalb von 60 Tagen schrittweise abziehen, sagte Biden. Die libanesische Armee solle die Kontrolle über das Gebiet nahe der Grenze zu Israel übernehmen, um sicherzustellen, dass die Hisbollah ihre Infrastruktur dort nicht wieder aufbaue. "Zivilisten auf beiden Seiten werden bald sicher in ihre Gemeinden zurückkehren können."

Bei dem Angriff auf die libanesisch-syrischen Grenzübergänge wurden der staatlichen syrische Nachrichtenagentur zufolge vier Zivilisten und zwei Soldaten getötet. Zwölf Menschen seien verletzt worden, darunter Kinder, Frauen und Mitarbeiter des Syrischen Roten Halbmonds. Diese Schwesterorganisation des Roten Kreuzes hatte zuvor erklärt, ein Freiwilliger sei getötet und ein anderer verletzt worden bei. Der Angriff auf die Grenzübergänge Al-Dabusjeh und Al-Arida habe sich ereignet, als die Helfer "am frühen Mittwoch ihrer humanitären Pflicht nachkamen und Verletzte retteten". Durch den Beschuss seien mehrere Krankenwagen beschädigt worden. Das israelische Militär gab zunächst keine Stellungnahme dazu ab.

In Syrien sind radikale Gruppen aktiv, die wie die Hisbollah, die Hamas im Gazastreifen und die Huthi-Rebellen im Jemen der vom Iran geführten Achse des Widerstandes angehören.

(Bericht von: Maya Gebeily, Adam Makary, Jaidaa Taha, Enas Alashray, Clauda Tanios, Jeff Mason; geschrieben von Sabine Ehrhardt, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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