Scholz betont in Telefonat mit Trump anhaltende Hilfe für die Ukraine

Berlin (Reuters) - Bundeskanzler Olaf Scholz hat am Donnerstag erneut mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump telefoniert.
"Im Zentrum des Gesprächs standen die sicherheitspolitischen Herausforderungen in Europa", teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit danach mit. Scholz habe Trump in dem Gespräch erneut gesagt, dass Deutschland die Unterstützung der Ukraine in ihrer Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg solange fortsetzen werde wie dies nötig sei. Trump und Scholz seien sich einig gewesen, "dass der russische Krieg gegen die Ukraine schon viel zu lange andauere und es darauf ankomme, so bald wie möglich auf den Weg zu einem fairen, gerechten und nachhaltigen Frieden zu gelangen".
Der Kanzler hatte zuvor in Brüssel sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag Gespräche mit den wichtigsten europäischen Verbündeten über die Ukraine-Politik geführt. Ebenso wie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte er davor gewarnt, dass keine Vereinbarungen über die Köpfe der Ukraine hinweggetroffen werden dürften. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag angedeutet, dass er zu Gesprächen mit Trump über die Ukraine bereit sei, der am 20. Januar sein Amt als US-Präsident antritt. Sowohl die europäischen Verbündeten als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fürchten, dass Trump auf ein solches Angebot ohne Rücksprache eingehen könnte.
Scholz bremst auch in der von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angestoßenen Debatte um mögliche europäische Bodentruppen nach einem Friedenschluss. Er hatte in den vergangenen Tagen mehrfach gesagt, dass es für diese Debatte zu früh sei. Wie Kallas fordert er stattdessen, dass sich die Europäer derzeit eher auf eine stärkere Unterstützung der Ukraine konzentrieren sollten, damit diese sich gegen die vorrückenden russischen Truppen verteidigen könne und eine bessere Verhandlungsposition hat.
Scholz hatte bereits am 11. November mit Trump telefoniert und sich seither optimistisch gezeigt, dass man mit der künftigen US-Administration in der Ukraine-Frage zusammenarbeiten könne. Im Bundestagswahlkampf wird auch eine Rolle spielen, ob der Kanzler über internationales Gewicht verfügt. Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz hatte dies zuletzt mehrfach bestritten.
(Bericht von Andreas Rinke, redigiert von Birgit Mittwollen.)