Baerbock besorgt über humanitäre Lage im Gazastreifen

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Berlin/Kairo (Reuters) - Bundesaußenministerin Annalena Baerbock ist nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt zunehmend besorgt über die Entwicklungen im Gazastreifen.

Die Ministerin habe "in ihren Kontakten mit der israelischen Führung in den letzten Tagen und Wochen wiederholt eindringlich deutlich gemacht, dass die humanitäre Lage so nicht bleiben kann", hieß es am Donnerstag aus dem Ministerium in Berlin. "Der Winter trifft die Schwächsten am härtesten, Kinder sterben an Unterkühlung und Mangelernährung." Die israelische Regierung sei jetzt aufgefordert, "ihr militärisches Vorgehen endlich anzupassen und die schweren Kampfhandlungen einzustellen".

Der Zugang für humanitäre Hilfe müsse verbessert, in den israelisch kontrollierten Gebieten Sicherheit für die Helfer geschaffen werden, hieß es weiter aus dem Ministerium. Nur eine Waffenruhe und eine Freilassung der Geiseln aus der Gewalt der Hamas könnten das furchtbare Leid endlich nachhaltig beenden. Aus Diplomatenkreisen hieß es ergänzend: "Die Militäroperationen fordern viel zu viele zivile Tote. Und in Nordgaza schafft Israel Fakten, die kaum glauben lassen, dass dort je wieder Palästinenser werden leben können."

Nach palästinensischen Angaben sind bei der israelischen Offensive infolge des Hamas-Massakers vom 07. Oktober 2023 bislang mindestens 46.006 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet worden. 109.378 Menschen seien verwundet worden, teilte die örtliche Gesundheitsbehörde mit, die von der radikal-islamischen Hamas kontrolliert wird. Bei den Bemühungen um eine Waffenruhe und die Freilassung der noch verbliebenen israelischen Geiseln im Gazastreifen haben US-Vermittler und arabische Unterhändler nach palästinensischen Angaben Fortschritte erzielt, eine Einigung steht demnach aber noch aus.

Ob vor dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump am 20. Januar noch ein Durchbruch erzielt werden kann, ist unklar. Trump hat die Hamas bereits unmissverständlich gewarnt, es werde "die Hölle los sein", wenn die Geiseln nicht bis zu seiner Amtseinführung freigelassen würden.

(Bericht von Alexander Ratz und Nidal al-Mughrabi; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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