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Alles neu macht der November… Aber stimmt das auch wirklich?

Stephan Beier
Alles neu macht der November… Aber stimmt das auch wirklich?

In den letzten Tagen kann man beim Lesen verschiedener Börsen-Print- und Digitalmedien den Eindruck bekommen, dass jetzt nach dem Ende des als Crashmonat gefürchteten Oktober an den Aktienbörsen wieder in den geordneten Aufwärtstrend der letzten Jahre übergegangen werden kann. Die teilweise empfindlichen Kursverluste aus dem Oktober machen verständlicherweise den Wunsch nach einer Jahresendrally bei den meisten Anlegern und Investoren nachvollziehbar. In der Vergangenheit ließen sich ja auch insbesondere in den beiden letzten Monaten des Börsenjahres vergleichsweise starke Kursgewinne an den Aktienmärkten erzielen.

Aber macht der November wirklich alles neu? Ist die Jahresendrally wirklich ein in Stein gemeißeltes Gesetz oder zumindest ein verlässliches Phänomen? Es scheint zwar, dass die Abwärtsdynamik des Oktobers an den Aktienmärkten zunächst gestoppt werden konnte. Aber ist das zwangsläufig der Beginn einer Bodenbildung oder gar einer Trendwende? Das muss sich wohl erst noch zeigen! Ausgemacht ist das noch lange nicht. Insbesondere diese scheinbar einheitliche Meinung unter den Marktteilnehmern, die von einer Jahresendrally ausgehen, sollte doch jeden Anleger stutzig machen. Wie sollten sich aber die Anleger in diesem Umfeld positionieren?

Für mich ist eine Bodenbildung oder gar eine Trendwende an den Aktienmärkten bisher keineswegs ausgemachte Sache. Bis auf weiteres gehe ich bei der Analyse der steigenden Aktienkurse von Ende Oktober und Anfang November deshalb auch noch von einer laufenden Bullenfalle, also bestenfalls von einer kurzfristigen Korrektur im übergeordneten Abwärtstrend aus.

In meinem wikifolio Trendfolge Long/Short Smallcap bleibe ich deshalb auch weiterhin noch bis auf weiteres defensiv und vorsichtig. Die charttechnische Komponente in meinem Handelssystem beginnt auf einer übergeordneten Ebene mit der Analyse der Verfassung der Märkte. Dabei soll dann festgestellt werden, ob sich die Trendrichtung der Märkte tendenziell aufwärts-, abwärts- oder seitwärtsgerichtet darstellt. Die wichtigsten Indikatoren für die Bestimmung der Trendrichtung eines Marktes sind in meinem Handelssystem die gleitenden Durchschnitte für 50, 100 und 200 Tage.

Insbesondere die Tatsache, dass sowohl der DAX als auch der TecDAX jeweils unter allen drei von mir beachteten gleitenden Durchschnittslinien notieren, spricht in meinen Augen für kurzfristig weiteres Abwärtspotenzial. Mehr noch: die Tatsache, dass der DAX bereits seit mehr als drei Monaten unter allen drei gleitenden Durchschnittslinien notiert, führt langsam aber sehr sicher dazu, dass sich die generelle Trendrichtung dieser Durchschnittslinien mittelfristig von einem Auf- bis Seitwärtstrend in der Vergangenheit zu einem Abwärtstrend in der Zukunft verändern könnte. Eine ähnliche, wenn auch um zwei bis drei Monate zeitversetzte Entwicklung kann auch für den TecDAX beobachtet werden. Es sollte dabei klar sein, dass sich in dieser analysierten Situation bei der Verfolgung eines trendfolgenden Investitionsansatzes, weitere Aktieninvestitionen bis auf weiteres nicht unbedingt aufdrängen werden.

Aber was bedeutet das eigentlich für die zukünftigen Aussichten der im wikifolio investierten Anleger? In erster Linie geht es mir in der analysierten Situation um die Vermeidung von Verlusten. Der maximale Drawdown des wikifolios Trendfolge Long/Short Smallcap beträgt 11% und stammt aus dem Jahr 2014. Es ist mein Ziel, dass dieser maximale Drawdown bestenfalls nicht mehr überschritten werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen ist ein ausgeprägtes und konsequentes Risikomanagement absolut notwendig. Unter diesen Umständen verzichte ich dann allerdings auch auf mögliche Kursgewinne in kurzfristigen Korrekturen, solange die Börsenampel auf der übergeordneten Ebene auf rot steht. Aber auch nur solange! Sollte die Jahresendrally doch nicht ausfallen und die Börsenampel zumindest auf gelb springen, könnte der November dann doch noch alles neu machen. Es bleibt spannend!

Foto: Natee Meepian / Shutterstock.com

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Expertenprofil
Stephan Beier Stephan Beier wikifolio-Trader

Stephan Beier ist an den Aktienmärkten seit 1997 aktiv mit eigenen Investitionen engagiert. Während seines Studiums der BWL von 1998 - 2003 und der etwa zeitgleich ablaufenden New-Economy-Bubble hat sich sein Interesse und sein Verständnis der Kapitalmärkte im Wesentlichen ausgebildet.

Nach dem Studium war Stephan Beier mehrere Jahre für verschiedene internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaften tätig. Einen Schwerpunkt bildeten dabei seine mehrjährigen Tätigkeiten in der Unternehmensanalyse und Unternehmensbewertung im Rahmen von M&A-Transaktionen im Auftrag von Private Equity Investoren. Aus dieser Tätigkeit verfügt er über ein tiefes Verständnis der Fundamentalanalyse von Unternehmen und Geschäftsmodellen (Financial and Commercial Due Diligence).

Die Ergebnisse seines Handelssystems veröffentlicht er seit Juni 2013 in seinem Wikifolio Trendfolge Long/Short Smallcap.

Heute ist Stephan Beier insbesondere als Unternehmer und Investor tätig. Gelegentlich ist er auf freiberuflicher Basis auch noch in Projekten wie M&A-Transaktionen, Unternehmensbewertungen und Unternehmenswertentwicklungen involviert. Daneben ist er auch als Lehrbeauftragter und Dozent für verschiedene staatliche Hochschulen und private Business Schools für die Lehrinhalte Bilanz- und Unternehmensanalyse, Corporate Finance und Entrepreneurship verantwortlich.

Stephan Beier

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