Allianz Deutschland tritt in der Corona-Pandemie auf der Stelle

Reuters

München (Reuters) - Weniger Verkehrsunfälle, mehr Klagen: Die Deutschland-Tochter der Allianz hat den Gewinn im abgelaufenen Jahr trotz der Verwerfungen in der Corona-Krise praktisch stabil gehalten.

Das operative Ergebnis lag mit 2,59 (2019: 2,60) Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau, wie die Allianz Deutschland AG am Mittwoch mitteilte. Verantwortlich für den Rückgang war die Schaden- und Unfall-Versicherung. Dort meldeten die Kunden wegen des geringeren Verkehrs zwar weniger Kfz-Schäden, nahmen aber die Rechtsschutzversicherung - vor allem gegenüber ihrem Arbeitgeber - stärker in Anspruch. Für das neue Jahr rechnet die Allianz Deutschland nach einem Umsatzrückgang um 2,8 Prozent auf 40,8 Milliarden Euro wieder mit Zuwächsen, beim operativen Ergebnis aber mit einem leichten Rückgang.

Der Streit um Entschädigungen für Schließungen von Hotels und Restaurants zur Eindämmung der Pandemie trug maßgeblich dazu bei, dass die Schäden in der Sachversicherung um 2,8 Prozent stiegen. Der operative Gewinn der Sparte ging um fünf Prozent zurück. Gut drei Viertel der Gastro-Kunden hätten sich auf einen Vergleich eingelassen, nach dem die Allianz 15 Prozent der Umsatzausfälle wegen der Schließungen abdeckt. Das kostete den Versicherer allein eine hohe zweistellige Millionensumme. Viele Wirte und Hoteliers geben sich wegen der unklaren Vertragsbedingungen damit aber nicht zufrieden und klagen. Die ersten Urteile fielen unterschiedlich aus.

In der Autoversicherung ließen sich viele Kunden Prämien zurückerstatten, weil sie in der Pandemie weniger Kilometer fuhren als sonst. Dieser Effekt werde im laufenden Jahr wegen des Lockdowns im Winter noch zunehmen, erklärte die Allianz.

In der Lebensversicherung machte sich die Pandemie vor allem im Neugeschäft bemerkbar. Bei der Allianz Leben fiel es 2020 um elf Prozent geringer aus als im Rekordjahr 2019. Die Bruttobeiträge gingen um fünf Prozent auf 26,2 Milliarden Euro zurück. Das sei aber immer noch das zweitbeste Jahr der Geschichte gewesen. Das operative Ergebnis des mit Abstand größten Lebensversicherers in Deutschland stieg um vier Prozent.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 1,69 Milliarden Euro, der um 15 Prozent niedriger war als ein Jahr zuvor. 2019 hatte ein lukrativer Immobilienverkauf das Ergebnis getrieben. Der Rückgang im Jahr 2020 habe vor allem an Abschreibungen auf Aktien während des Einbruchs im Frühjahr gelegen. Zum Jahresende lag das Kapitalanlageergebnis mit 12,4 Milliarden Euro aber 4,5 Prozent über Vorjahr. Trotz der andauernden Automatisierung und Rationalisierung beschäftigte die Allianz Deutschland Ende des Jahres knapp 26.800 Mitarbeiter, 350 mehr als Ende 2019.

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