Chinas Industrie wächst so stark wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr

Reuters

Peking/Berlin (Reuters) - Die Industrie in China legt so stark zu wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr.

Das signalisiert das am Dienstag veröffentlichte Konjunkturbarometer von Caixin/Markit. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex stieg im November überraschend auf 54,9 von 53,6 Punkten im Oktober. Ökonomen hatten mit einem Rückgang gerechnet. Das Barometer tendiert mittlerweile sieben Monate in Folge über der Wachstumsschwelle von 50-Zählern. Der Sektor hat somit die Corona-Krise längst hinter sich gelassen: "Entgegen den meisten Erwartungen im Frühjahr 2020 sieht es derzeit so aus, als könnte sich das Land als Gewinner der Covid-19-Krise erweisen", sagte Ökonom Patrick Franke von der Helaba.

Die Corona-Pandemie war Experten zufolge Ende 2019 zunächst in der zentralchinesischen Stadt Wuhan ausgebrochen und hatte das öffentliche Leben in Teilen der Volksrepublik lahmgelegt. Inzwischen hat sich das Bild grundlegend gewandelt.

Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 dürfte China laut dem Helaba-Experten wieder fast auf den Vorkrisentrend zurückgekehrt sein. Er prognostiziert, dass die Wirtschaft im Reich der Mitte nach einem realen Plus beim Bruttoinlandsprodukt von mageren 1,8 Prozent im Corona-Jahr 2020 im kommenden Jahr um satte 9,3 Prozent zulegen wird. "Und damit so stark wie seit 2011 nicht mehr", erläutert Franke. Über den gesamten Zeitraum 2020/2021 sollte die Abweichung vom Vorkrisentrend geringer ausfallen als in vielen anderen Ländern, nicht zuletzt auch in den USA: "Damit haben die Pandemie und ihre Folgen den Aufholprozess der chinesischen Wirtschaft gegenüber den Industrieländern beschleunigt."

Trotz des Lockdowns in vielen Euro-Ländern hat die Industrie auch im Währungsraum kaum an Fahrt verloren. Der Einkaufsmanagerindex sank im November zwar um einen Punkt auf 53,8 Zähler, wie das Institut IHS Markit zu seiner Firmen-Umfrage mitteilte. Das Barometer signalisiert aber mit mehr als 50 Punkten den fünften Monat in Folge Wachstum. "Die Euro-Zone-Industrieunternehmen steigerten ihre Produktion auch im November ganz ordentlich", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Dies dürfte helfen, die Auswirkungen des Lockdowns auf die Wirtschaft abzumildern, von denen der Servicesektor stark betroffen sei. Die Daten legten nahe, "dass die Euro-Zone im vierten Quartal 2020 nicht im gleichen Ausmaß schrumpfen wird wie im zweiten Quartal". Im Frühjahr war die Konjunktur um 11,8 Prozent eingebrochen.

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