Die Dividende bleibt wichtig

Klaus Brune

Gerade deutsche Anleger setzen gerne auf Dividendentitel. Wenn das Sparbuch nichts mehr abwirft und deutsche Bundesanleihen negative Renditen liefern, dann sind die Gewinnausschüttungen der Unternehmen ein willkommener Bonus für das Kursrisiko, das Investoren am Aktienmarkt eingehen. In der Corona-Zeit scheint es aber nicht mehr so weit her zu sein mit der „sicheren Dividende“: Jüngsten Schätzungen zufolge gehen die Dividendenzahlungen für 2019 weltweit um 20 bis 45% zurück, globale Dividendenaristokraten wie Royal Dutch Shell verlieren durch eine Kürzung der Ausschüttung ihren Heiligenschein.

Deutsche Standardwerte kommen dabei noch glimpflich davon: Nach einer PLATOW-Auswertung werden die Auskehrungen der DAX-Unternehmen für 2019 mit 59,54 Euro um 17% unter Vj. liegen. Der Corona-Effekt ist aber auch hier sichtbar: Hätten die Blue Chips an ihren ursprünglichen Planungen festgehalten, so wären mit 72,39 Euro etwa 0,9% mehr als im Vj. verteilt worden. Erste Experten sprechen daher schon von einem Paradigmenwechsel und dem Ende der Dividendenjagd. „Die relative Bedeutung von Dividenden für das langfristige Ertragswachstum von Anlegern droht angesichts der verminderten Sicherheit der Dividenden abzunehmen“, urteilt etwa Mark Urquhart, Partner beim schottischen Vermögensverwalter Baillie Gifford.

Diesen Abgesang halten wir für verfrüht. Ja, Dividenden- hatten in jüngster Zeit einen schweren Stand gegenüber den boomenden Technologiewerten. Doch 2020 wird aus unserer Sicht ein Sonderjahr bleiben. Bei der Auswahl der Werte für unser Musterdepot wird die Dividendenstärke der Unternehmen jedenfalls weiter eine wichtige Rolle spielen. Die gewichtete Ausschüttungsrendite der aktuell vertretenen Werte schlägt mit rd. 3% das Sparbuch um Längen. Auf die Dividende werden wir also weiter achten!

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.

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Expertenprofil
Klaus Brune Klaus Brune Ressortleiter Börse PLATOW Verlag

Klaus Brune leitet seit Juli 2017 das Börsen-Ressort des PLATOW Verlags. Nach einem Studium der Amerikanistik in Frankfurt und Carbondale, lllinois (USA), berichtete er mehr als 20 Jahre auf Deutsch und auf Englisch über die internationalen Finanzmärkte. Bei der News Corp. war er zuletzt als Managing Editor für die deutschsprachige Redaktion von Dow Jones News verantwortlich, zuvor leitete er fast zehn Jahre lang als stellvertretender Redaktionsleiter das Reporternetzwerk des Unternehmens.

Bei der PLATOW Redaktion verantwortet er die beiden Publikationen „PLATOW Börse“ und „PLATOW Emerging Markets“. Im Fokus stehen dabei Aktien, welche sich im Normalfall durch ein bewährtes Geschäftsmodell, eine moderate Bewertung und einen stabilen Newsflow auszeichnen. Als Beimischungen werden auch „Fallen Angels“ mit starkem Kurserholungspotenzial oder kurzfristige Spekulationen mit entsprechend höherem Risiko eingesetzt. Mit seinem Redaktionsteam führt Klaus Brune jährlich mehrere hundert Hintergrundgespräche mit Vorständen und anderen Insidern börsennotierter Gesellschaften.

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