EU will sich gegen neue Corona-Variante aus Südafrika abschotten

Reuters

Berlin (Reuters) - Deutschland und die Europäische Union wollen sich gegen die Ausbreitung einer neuen Coronavirus-Variante wappnen, die in Südafrika entdeckt wurde.

Der Flugverkehr aus dem südlichen Afrika solle angesichts der wachsenden Besorgnis gekappt werden, schlug EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag vor. "Die Kommission wird in enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten vorschlagen, die Notbremse zu aktivieren, um den Flugverkehr aus dem südlichen Afrika aufgrund der besorgniserregenden Variante B.1.1.529 einzustellen", twitterte sie. Deutschland wird Südafrika und eventuell Nachbarländer heute zum Virusvariantengebiet erklären. Die Regelung soll nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters aus dem Gesundheitsministerium in der Nacht in Kraft treten. In Asien kündigten Singapur und Indien am Freitag strengere Grenzkontrollen und strengere Corona-Tests an.

Die neue Corona-Variante sorgte auch den Börsen für große Verunsicherung. Anleger befürchteten einen neuen Rückschlag für die Weltwirtschaft. Der Dax brach zu Handelsbeginn um 3,4 Prozent auf 15.376 Punkte ein, so stark wie zuletzt vor einem Jahr. Wissenschaftler hatten die B.1.1.529-Variante bisher nur in relativ geringer Zahl in Südafrika, Botswana und Hongkong entdeckt, sind aber besorgt über die hohe Zahl von Mutationen bei der Variante, weil es noch offen ist, ob hier die Impfungen noch ausreichend wirken.

Die Einstufung Südafrikas als Virusvariantengebiet bedeutet, dass Fluggesellschaften nur noch Deutsche nach Deutschland zurückbefördern dürfen. Auch Geimpfte müssen dann nach ihrer Einreise 14 Tage in Quarantäne. "Wir waren, sind und bleiben bei der Einreise vorsichtig", erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn. "Diese neu entdeckte Variante besorgt uns. Daher handeln wir hier pro-aktiv und frühzeitig. Das letzte, was uns jetzt noch fehlt, ist eine eingeschleppte neue Variante, die noch mehr Probleme macht."

Südafrika hatte am Freitag erklärt, ein ebenfalls verhängtes britisches Flugverbot für sechs Länder des südlichen Afrikas wegen der Entdeckung einer neuen Corona-Variante erscheine übereilt, da selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht über die nächsten Schritte beraten habe. Die WHO will in einer Expertenrunde am Mittag über die Variante beraten. Zu den Flugreisebeschränkungen äußerte sich die WHO zunächst nicht.

Die taiwanesische Regierung teilte mit, dass Reisende aus "Hochrisiko"-Ländern des südlichen Afrikas für 14 Tage in staatliche Quarantäneeinrichtungen gehen müssen. Die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern erklärte gegenüber Reuters, ihr Land sei auf die neue Variante gut vorbereitet. Anfang dieser Woche hatte Neuseeland erklärt, es werde seine Grenzen ab dem 30. April für vollständig geimpfte internationale Reisende wieder öffnen.

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