Französische Polizei räumt Migrantenlager an Kanalküste

Reuters

Grande-Synthe (Reuters) - Die französische Polizei hat mit der Räumung eines Migrantenlagers an der Küste des Ärmelkanals begonnen.

Bewaffnete Polizisten betraten am Dienstag das behelfsmäßige Lager in der Nähe der Hafenstadt Dünkirchen. Dann begannen Arbeiter in Schutzanzügen, die Zelte und Unterstände aus Plastikplanen entlang einer stillgelegten Bahnstrecke abzureißen. Von solchen Lagern aus versuchen zahlreiche Migranten, den Ärmelkanal zu überqueren und Großbritannien zu erreichen. Nach eigenen Angaben fliehen die Menschen vor Krieg, Armut und Verfolgung. Häufig stammen sie aus dem Nahen Osten.

Die französische Polizei räumt regelmäßig solche Lager. Die Migranten werden dann üblicherweise in Auffanglager im ganzen Land gebracht und aufgefordert, einen Asylantrag zu stellen. Oft aber versuchen die Menschen, sich erneut zur Kanalsküste durchzuschlagen. Ein 25-jähriger Kurde aus dem Iran berichtete, er sei jetzt zum zweiten Mal aus einem provisorischen Lager an der Kanalküste vertrieben worden. Beim ersten Mal sei er 760 Kilometer weit in den Süden nach Lyon gebracht worden.

Vergangene Woche waren 27 Menschen beim Versuch, den Ärmelkanal nach Großbritannien illegal zu überqueren, ertrunken. Nach dem Kentern des Schlauchbootes und dem Tod der Menschen überzogen Frankreich und Großbritannien einander mit Vorwürfen.

In diesem Jahr ist die Zahl der Migranten, die illegal über den Ärmelkanal nach Großbritannien gelangen wollen, sprunghaft angestiegen. Bislang seien es 25.776 gewesen, berichtete die BBC unter Berufung auf Daten des britischen Innenministeriums. 2020 waren es demnach noch 8461, 2019 noch 1835.

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